Eine Frage die wir nicht einfach beantworten können, weil wir in unterschiedlichen Zeitperspektiven leben. Philipp G. Zimbardo hat darüber in seinem Artikel in der aktuellenPsychologie Heute berichtet. Zimbardo hat 1971 das Stanford-Prison-Experiment durchgeführt, bei dem in einem Gefängnis-Setting, Wächter und Gefangene eingeteilt werden, um das Gewaltverhalten von Menschen zu untersuchen. Bekannt ist uns dieses Experiment durch den 2001 mit dem gleichnamigen Titel erschienen  Film Das Experiment” von Oliver Hirschbiegel. Vorlage für diesen Film bildete der Roman “Black Box” von Mario Giordano. Im Buch und Film kommt es zu einer Gewaltanwendung (bis hin zur Tötung) die dem eigentlichen Experiment nicht entsprechen. Dennoch finde ich das Experiment von Zimbardo ethisch bedenklich, auch wenn die Erkenntnisse die man aus dem Stanford-Prison-Experiment ziehen kann sehr aufschlussreich sein können. Erkenntnis um jeden Preis? Stellt sich für mich die Frage, wer bei diesem Experiment lieber in der Wächter und wer lieber in der Gefangenenrolle gewesen wäre? Die Antwort liegt auf der Hand.
So vie zu Zimbardo. Er hat außerdem den Luzifer-Effekt entdeckt, sein neuestes Buch ist “The Time Paradox”.

Zimbardo unterscheidet in seinem Artikel zunächst drei verschiedene Lebens- und Arbeitsstile die sich aufgrund der individuellen Zeitperspektive ergeben.

1) Der antizipatorische Zukunftsstil
die Person ist stark zukunftsorientiert, zielstrebig, beruflich erfolgreich, das individuelle Fortkommen hat einen hohen Wert, Hilfsbereitschaft gerät in den Hintergrund, sind weniger altruistisch.

2) Der stimulusorientierte Gegenwartsstil
hedonistisch, Genuss und Spaß stehen im Vordergrund, das Jetzt wird gelebt, vernachlässigen aber auch die eigene Gesundheit, sind sozialer und hilfsbereiter als Zukunftsorientierte

3) Der rekonstruierende Vergangenheitsstil

schwelgen entweder in nur positiven Erinnerungen oder hängen negativen Erlebnissen nach, neigen daher auch zu depressiven Stimmungen

Je nach Lebenslage können wir uns in einem dieser Stile befinden und wechseln. Weiteres dazu gibt es morgen, denn ich muss jetzt feiern gehen :)