Heute ist mir von meiner Studienkollegin ein Sheet mit dem Titel “Pizzabestellung im Jahr 2015″ geschickt worden. Es stand kein Datum dabei, aber brandaktuell könnte es dennoch sein. Nach einer kurzen Recherche im Netz bin ich draufgekommen, dass diese Utopie/Parodie schon 5 Jahre im Netz existiert.

Pizzabestellung im Jahre 2015

Pizzamann: “Danke, dass Sie Pizza Hut angerufen haben. Kann ich Ihre.”

Kunde: “Hi, ich möche etwas bestellen.”

P: “Kann ich bitte erst Ihre NIDN haben?”

K: “Meine Nationale ID Nummer, ja, warten Sie, die ist
6102049998-45-54610.”

P: “Vielen Dank, Herr Schwardt. Sie wohnen in der
Rosenstraße 25 und Ihre Telefonnummer lautet 89 568 345. Ihre
Firmennummer bei der Allianz ist 74 523 032 und Ihre Durchwahl ist -56.
Von welchem Anschluss aus rufen Sie an?”

K: “Hä? Ich bin zu Hause. Wo haben Sie alle diese Informationen her?”

P: “Wir sind an das System angeschlossen.”

K: (seufzt) “Oh, natürlich. Ich möchte zwei von Ihren Spezial- Pizzen
mit besonders viel Fleisch bestellen.”

P: “Ich glaube nicht, dass das gut für Sie ist.”

K: “Wie bitte??!!”

P: “Laut Ihrer Krankenakte haben Sie einen zu hohen Blutdruck und extrem
hohe Cholesterinwerte. Ihre Krankenkasse würde eine solche ungesunde
Auswahl nicht gestatten.”

K: “Verdammt! Was empfehlen Sie denn?”

P: “Sie könnten unsere Soja-Joghurt-Pizza mit ganz wenig Fett probieren.
Sie wird Ihnen bestimmt schmecken.”

K: “Wie kommen Sie darauf, dass ich das mögen könnte?”

P: “Nun, Sie haben letzte Woche das Buch ‘Sojarezepte für Feinschmecker’
aus
der
Bücherei ausgeliehen. Deswegen habe ich Ihnen diese Pizza empfohlen.”

K: “Ok, ok. Geben Sie mir zwei davon in Familiengröße. Was kostet der
Spaß?”

P: “Das sollte für Sie, Ihre Frau und Ihre vier Kinder reichen.
Der Spaß, wie Sie es nennen, kostet 45 Euro.”

K: “Ich gebe Ihnen meine Kreditkartennummer.”

P: “Es tut mir leid, aber Sie werden bar zahlen müssen.
Der Kreditrahmen Ihrer Karte ist bereits überzogen.”

K: “Ich laufe runter zum Geldautomaten und hole Bargeld, bevor Ihr
Fahrer hier ist.”

P: “Das wird wohl auch nichts. Ihr Girokonto ist auch überzogen.”

K: “Egal. Schicken Sie einfach die Pizza los.
Ich werde das Geld da haben. Wie lange wird es dauern?”

P: “Wir hängen ein wenig hinterher. Es wird etwa 45 Minuten dauern. Wenn
Sie es eilig haben, können Sie sie selbst abholen, wenn Sie das Geld
besorgen, obwohl der Transport von Pizza auf dem Motorrad immer etwas
schwierig ist.”

K: “Woher wissen Sie, dass ich Motorrad fahre?”

P: “Hier steht, dass Sie mit den Ratenzahlungen für Ihren Wagen im
Rückstand sind und ihn zurückgeben mussten. Aber Ihre Harley ist
bezahlt, also nehme ich an, dass Sie die benutzen.”

K: “@#%/$@&?#!”

P: “Achten Sie lieber darauf, was Sie sagen.
Sie haben sich bereits im Juli 2006 eine Verurteilung wegen
Beamtenbeleidigung eingefangen.”

K: (sprachlos)

P: “Möchten Sie noch etwas?”

K: “Nein, danke. Oh doch, bitte vergessen Sie nicht, die beiden
kostenlosen Liter Cola einzupacken, die es laut Ihrer Werbung zu den
Pizzen gibt.”

P: “Es tut mir leid, aber die Ausschlussklausel
unserer Werbung verbietet es uns, kostenlose Softdrinks an Diabetiker
auszugeben.”

Gefunden via Traum-Projekt.com
__________________________

Quelle: Ich habe es von “hagbard” von der webwork-community kopiert.

Was die Erhebung von privaten Daten betrifft, ist die Pizzabestellung nicht weit entfernt von der Realität. Online Banking, Video-Aufzeichnungen und nicht zuletzt die Vorratsdatenspeicherung – wir hinterlassen Spuren.
Das alles hat sich in den letzten Jahren verschlimmert. Nur keiner weiß, wo die Informationen zusammenlaufen bzw. wer sie abruft. Die Polizei areitet heute verstärkt mit Community-Betreibern zusammen, um Täter zu identifizieren bzw. zur besseren Beweisgrundlage. Die virtuelle Welt ist nicht mehr so unnahbar wie früher, wir bewegen uns mit unseren wirklichen Identitäten. Das führt dazu, dass wir alte Freunde einfacher finden, was positiv ist. Schlecht ist es nur dann, wenn meine “Identität” im Netz gar nicht ich bin, sondern jemand sich als “ich” ausgibt!

Auf der anderen Seite wird hier Vorschlagwesen ein wenig überspitzt dargestellt und eines ist klar: Bei diesem Pizzalieferant würde der Kunde nie wieder bestellen! Der Vorteil von Targeting und Vorschlagwesen, nämlich dass der Kunde genau das vorschlagen oder geraten bekommt, was er auch will bzw. was ihm nützt, wird hier ins Gegenteil gedreht.
Wie sich das Vorschlagwesen bei Amazon aber heute schon zum Teil in die entgegengesetzte Richtung entwickelt, dokumentiert der Elektrische Reporter mit seinem letzten Beitrag über: “Vorschlagsysteme: Mit den besten Empfehlungen”.