fundstücke republica09
Jetzt wo die Diskussion um die republica09 sich etwas gelegt hat, möchte ich meine Fundstücke und Links von der rp09 und Berlin posten. Ach ja meine Meinung zur rp09. Ja es war manchmal etwas zäh könnte man sagen, vor allem weil das Internet nicht gefunzt hat. Aber dennoch habe ich ganz viel davon mitgenommen. Zum Beispiel diesen gigantischen Blog mideastyouth.com, der vor allem Menschenrechte, politische Aufklärung und Gleichberechtigung für Frauen in Nahost berichtet. Das war und ist mein persönlicher Favorit des Programms, denn die Autoren müssen täglich damit rechnen, dass sie womöglich ins Gefängnis kommen oder andererseits politisch verfolgt werden. Diese Energie und Mut hat mich sehr beeindruckt.
Viele Themen drehten sich ja rund um das Thema Bildung. Der Schwerpunkt hat mich ein wenig überrascht. Da die Veränderung in der Bildung durch neue Medien mein Thema ist (arbeite seit 6 Jahren mit/im Internet und studiere seit 2 Jahren Pädagogik), kam es mir sehr entgegen. Lisa Rosa sprach in ihrem Beitrag Ne(x)t Generation? Bildung im Übergang von der Arbeitsgesellschaft zur selbstreflexiven Lerngesellschaft von einer Übergangsgesellschaft und forderte eine Lehrerbildung die sich mehr darum bemüht, Lehrer/innen mit Medienkompetenzen und Tools auszustatten. Beim gemeinsam Gespräch sind wir beide zu dem Schluss gekommen, dass es unglaublich schwierig ist, angehende Lehrer/innen für die Neuen Medien zu motivieren. Da ich mich in letzter Zeit auch mit anderen Lehrertrainigs beschäftigt habe, die vor allem versuchen Persönlichkeitsmerkmale zu optimieren, kann ich dazu abschließend sagen, dass es immer schwierig ist Menschen in eine bestimmte Richtung zu verändern, auch wenn klar ist, dass die Optimierung unglaublich wichtig und sinnvoll ist. Liebe Lisa, vielen Dank für deinen Vortrag, den es hier noch einmal nachzulesen gibt:
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Was mir bei all dem noch fehlt, ist ein richtiges Konzept. Ich finde, wir sollten nicht wie bisher in der Geschichte der Pädagogik Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) so behandeln, als wären es kleine Versuchskaninchen, so á la “wir müssen es ausprobieren”. Auch wenn wir in einer Übergangsgesellschaft leben, wo natürlich viel (technisches) ausprobiert wird, sollten im pädagogischen Setting die Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass nicht willkürlich drauflos optimiert und ausprobiert wird.
Im Panel Jugendbildung – soziale Software, Medienbildung 2.0 – Kinder und Jugendliche als Akteure im Netz mit dem Grundschulblogger Martin Riemer als Moderator, Thomas Röhlinger von Radijojo, Daniel Poli mit dem Portal netzcheckers.de und Michael Lange, der uns cyberland.org vorgestellt hat. Die Mehrheit der Teilnehmer im Panel waren der Meinung, dass es sich um tolle Portale für Kinder und Jugendliche handelt, die aber kaum einer kennt. Am Ende haben wir diskutiert, ob sie wirklich so groß wie SchülerVZ & Co werden sollten oder ob es sich einfach um eine wirklich gute Alternative handelt, die vor allem Lehrern und Eltern kommuniziert werden sollte, damit sie sehen, dass es auch sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten im Netz gibt. Ich finde diese Portale gehören unterstützt. Ich bin jedenfalls froh in diesem Panel gewesen zu sein. Vielen Dank!
Und zum Schluss bleibt auch noch der Vortrag von Lawrence Lessig erwähnt, der vielleicht nichts neues war, weil ich ähnlicher Form schon dagewesen und am Ende eine Vortrag zu seinem Buch Remix, aber dennoch hat er meiner Meinung nach etwas ganz wichtiges gesagt. Es ist nicht gut wenn unsere Kinder mit der Angst aufwachsen sie könnten urheberechtlich anbelangt werden, wenn sie etwas kreatives geschaffen haben. Sehr treffend war eigentlich das Beispiel von Radijojo, die erst kürzlich ihren Live-Stream für Kinder!!! wegen Problemen mit der GEMA abdrehen mussten. Einfach nur doof so was.