Archive for the ‘pädagogik’ Category
Rückblick: digital divide Diskussion bei subnet
Am Montag Abend fand bei subnet ein open space zum Thema “Die digitale Kluft – ein Generationenkonflikt” statt. Es fanden sich Leute aus den unterschiedlichsten Bereichen in unserem Office ein. Angefangen von einem Journalisten, einem Lernspielentwickler über Lehrerinnen, Jugendarbeiterinnen, eine interessierte Mutter und StudentInnen. Die Diskussion kam erfreulicherweise sehr schnell in Gange. Die Frage, ob die digitale Kluft ein Generationenkonflikt ist, konnten wir insofern beantworten, als das es in Bildungsinstitutionenhäufig ein Generationenkonflikt ist, der zum einen durch fehlende Medienkompetenz und andererseits durch Desinteresse, Unsicherheit von LehrerInnen und Eltern begründet ist. Ob man ein Digital Native, Immigrant usw. ist, bleibt jedoch generationsunabhängig. Einig waren sich die TeilnehmerInnen, dass Medienkompetenz in den Schulen, aber auch in den Haushalten gefördert werden muss. Dafür sei es wichtig zwei Fragen zu diskutieren:
1. Wie nutzen ich das Netz als Wissensquelle, wie gehe ich damit um und welche Möglichkeiten bietet es mir?
2. Wie stelle ich mich im Netz dar, was ist Online Reputation und welche Rechte habe ich bei Mobbing? Wie verhalte ich mich im Chat?
Im Zusammenhang mit dem Verbot von Seiten/Sperrung haben wir intensiv das Thema Pornographiekonsum von Jugendlichen diskutiert. Dabei konnte uns Pamela Heil vom Verein Spektrum Einblicke in ihre Arbeit mit Jugendlichen gewähren und sie vertritt den Ansatz, dass die Seiten nicht gesperrt werden dürfen, sondern gemeinsam darüber mit Jugendlichen thematisiert werden müssen und das direkt beim surfen.
Als nächsten Schritt werde ich versuchen, über Kooperationen aktiv Schulen anzusprechen, um Workshops halten und die Thematik bei Elternabenden ansprechen zu können. Es ist nicht leicht, Schulen für das Thema zu sensibilisieren. Meist wird das Thema erst dann interessant, wenn die Konsequenzen zu spüren sind und meistens ist es dann schon zu spät.
THEN vs. NOW
analog vs. digital
tethered vs. mobile
isolated vs. connected
generic vs. personal
consumption vs. creating
closed vs. open
aus der Keynote von David Wiley über Open Education
Arbeit, Identifikation und Motivation
In der Juni-Ausgabe der Brandeins hat Thomas Ramge einen Beitrag mit dem Titel “Das Ich und die Organisation” geschrieben. Darin unterscheidet er vier Mitarbeiter-Rollen, die in Konzernen vertreten sind. Gleichzeitig habe ich innerhalb meines Studiums bereits verschiedene Motivationstheorien kennengelernt. Mein Ziel ist es diese Theorien mit Ramges’ Beitrag in Zusammenhang zu setzen. Es ist ein langer Artikel, bitte Zeit nehmen.
Um sich der Typenbildung von Mitarbeiter zu nähern, teilt Ramge zunächst in folgende vier Kategorien ein. Ausgehend davon, dass es in einem Unternehmen Höchstleister und Mindestleister sowie hoch Identifizierte (identifizieren sich mit Unternehmen, dessen Philosophie usw.) und nicht Identifizierte MA gibt, lassen sich folgende Kategorien bilden.
1. hoch identifizierte Höchstleister
2. nicht identifizierte Höchstleister
3. hoch identifizierte Mindestleister
4. nicht identifizierte Mindestleister
Den hoch identifizierten Mitarbeiter bezeichnet Ramge nun den “Wir-in-der-Firma” Typen. Er identifiziert sich sehr stark mit dem Unternehmen und hält es für genau die richtige Firma für ihn. Der Typus ist häufig in High-Konzernen anzutreffen und für diese ist er ein Idealfall, denn er trägt das “wir” auch nach außen. Die Anerkennung über den Arbeitgeber ist ihm sehr wichtig, er arbeitet ja nicht irgendwo. Und deshalb geht es ihm auch schlecht, wenn seine Firma leidet. Motivationstechnisch ist er gut gestellt, denn er hat immer eine machtvolle Position in der Firma (–> Geltungsstreben) und gleichzeitig Arbeit die ihm Freude bereitet.
Dennoch hat der Idealfall auch seine Schwächen, zum einen die der Überidentifikationen und möglicher Enttäuschung, zum anderen kann er schnell auch das Feld räumen, wenn ihm eine andere Organisation signalisiert “hier kommst du schneller ans Ziel”.
Den nicht identifizierten Höchstleister bezeichnet Thomas Ramge als “Der Söldner”. Söldner sind typische Vertriebler, denen es egal ist für wen sie arbeiten, hauptsache die Anreize stimmen. Die Qualität seiner Arbeit (er ist Höchstleister) ist genauso gut wie die des stark Identifizierten, nur das er aus einer anderen Motivation heraus handelt (–> extrinische Motivation; Status, Dienstwagen, BusinessClass). Insgesamt möchte er sich nicht von der Organisation abhängig machen, zumindest nicht emotional. Er ist stark leistungsmotiviert, denn wenn die Leistung stimmt, stimmt auch das Geld.
Kommen wir nun zu den Minderleistern. Wie stellen wir uns nun einen identifizierten Mindestleister vor? Es ist “der Verbitterte”, der nie die nötige Anerkennung, die versprochenen Positionen von seiner Firma, seinem Chef erhalten hat. Meist haben sie als “Wir-in-der-Firma” Leister begonnen und mit viel Engagement und Einsatz das Unternehmen vorangebracht. Bis sich irgendwann zeigte, dass er dafür keine Anerkennung, kein positives Feedback bekommen würde oder nur so lange, wie es der Firma gut geht. Stark identifizierte Mindestleister suchen eine “Familie” im Unternehmen und man sagt, dass sie über ein geringeres Selbstbewusstsein verfügen als beispielsweise die Hochleister. Verbitterte betreiben den Flurfunk im Büro sehr intensiv und neigen im Extremfall auch dazu Kundendaten der Firma weiterzugeben o.ä.
Die nicht identifizierten Mindestleister könnte man auch als “Faulenzer” oder “Unfähige” beschreiben, wobei zunächst zu unterschreiden ist, ob jemand einfach faul ist oder schlicht und einfach nicht kann (unfähig ist). Faulenzer ähneln den Verbitterten, allerdings hegen sie keine Pläne gegen das Unternehmen, sondern wollen einfach nur durchkommen. Identifikation mit sich selbst und genügend Selbstwert erhalten sie durch ihre Hobbies, wie Biken, Trekking, Tennis, Wandern. Der Typ Faulenzer ist in jedem Unternehmen und auf allen Stufen anzutreffen.
Dann gibt es noch die Unfähigen, die aufgrund eines übersteigerten Selbstbewusstsein mehr reden als sie wirklich können. Sie überschätzen sich selbst und sind sehr enttäuscht, wenn jemand anderes sie für ihre Unfähigkeit kritisiert.
Quelle: Brandeins, 11. Jahrgang, Heft 06 Juni 2009, S.84 – 89
Nun zur Motivation
Man kann grundlegend zwischen Machtmotivation, Leistungsmotivation und Anschlussmotivation unterscheiden. Es gibt Menschen, die arbeiten, um eine Position zu erlangen (Macht). Es gibt Menschen die gerne viel leisten, die Wissen aufbauen wollen (Leistung) und es gibt Menschen die vor allem den Austausch zu anderen Menschen suchen (Anschluss). Diese Motivationstypen können auf gemischt auftreten, beispielsweise Macht- und Anschlussmotivation (Macht bei vielen Menschen, Beeinflussung, Sicherheit), allerdings nicht alle drei zusammen. Weiterhin können folgende Bedürfnisse und Bestrebungen auf den Menschen motivierend einwirken:
Geltungsstreben: hohes Ansehen in Öffentlichkeit; Blockade wenn zu wenig Anerkennung im Privaten
Machtstreben (nach McClelland): beeindrucken, hat zwei Ausprägungen (kann sich Aggression ausdrücken oder in Altruismus, d.h. andere Menschen von einem abhängig machen, helfende Berufe), sich-stark-fühlen-Wollen, Umwelt/ Mitmenschen beeinflussen
Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit: „In-Sein“, Angst vor Verlust wichtiger Bezugspersonen, Sehnsucht nach möglichst engen, intensiven sozialen Kontakten, nach Liebe
Bedürfnis nach Stressreduktion: seelischer und körperlicher Stress, Aktivierungsforschung: Überforderung (über längere Zeit hinweg zu schwierige oder zu viele Aufgaben) oder Unterforderung (Reizmangel, Langeweile, Abnormalität, sensory deprivation);
Bedürfnis nach Angstvermeidung: bedrohliche Situationen besonders intensiv wahrnehmen; nach Freud „Realangst“ und „neurotische Angst
Bedürfnis nach Autonomie: Selbststeuerung, Verursachung „von innen“, in sich selbst verankert sein, keinem Menschen oder Umweltgegebenheiten ausgeliefert sein,
Bedürfnis nach Effektivität: Handelnder Mensch – Kompetenzmotivation (Was kann ich?) „Selbstwirksamkeit“ nach Bandura, gestecktes Ziel aus eigener Kraft erreichen
Bedürfnis nach Handlungskontrolle: Wille, etwas Erreichen wollen und gleichzeitig Angst zu versagen, der Wille (Eigenverantwortung) ist nicht gleich Motivation (Verursachung)
Leistungsmotivation (LM): Erfolgsmotivation, also etwas besser machen oder Misserfolgsmotivation, also man fürchtet den Misserfolg bzw. glaubt dass dieser eintritt; in der Realität vermischen sich diese Faktoren; LM steht in Beziehung zu Leistungswerten, kognitiven und affektiven Persönlichkeitsmerkmalen
Sachbezogene Interessen (inhaltsspezifische Motivation): Interesse an einer Sache wegen „Wissensvorsprung“ (um anzukommen bei anderen) oder Faszination am Thema (Bedürfnis nach optimaler Aktivierung);
Konzept „inhaltsspezifische Motivation“ nach Nenniger, Hochleistungsmotivierte können Schwankungen im Interesse während des Problemlöseprozesses haben (Ermüdungserscheinungen, konkurrierende Leistungsanreize)
Bedürfnis nach Belohnung bzw. Strafvermeidung: positive, negative Verstärkung; Achtung bei materieller Verstärkung (extrinsisch) nur kurzfristige Motivation
Bedürfnis, sich mit dem Gemeinwohl zu identifizieren: als Einzelperson in Gemeinschaft eingebunden, angewiesen. Mensch als „Herdentier“: 1. soziale Verhaltensweisen, 2. egozentrische Strebungen
Bedürfnis nach Schutz und Hilfe: Bedürfnis eigene Existenz durch soziale Hilfe abzusichern & zu bereichern
Bedürfnis, sich in andere einzufühlen und ihnen zu helfen (Altruismus): die Hilfeleistung ist wahrscheinlicher, wenn wir selbst schon einmal in der Situation waren oder wenn jemand „nichts dafür kann“ oder wenn wir davon profitieren
Erkenntnisstreben: alle Menschen Philosophen, brauchen Erkenntnis oder ein eigenes Verständnis davon „was die Welt im Innersten zusammenhält“, Goethe/Faust. Geistige Leistung „an sich“ stimuliert, ist lustvoll, nicht wegen sozialer Anerkennung
Bedürfnis nach Vergleichen von Eigenem bzw. Bekanntem und Fremdem bzw. Unbekanntem: Entwicklung des eigenem Selbst durch Vergleich mit anderen,
Bedürfnis nach Gerechtigkeit: Glaube an eine gerechte Welt; Bedürfnis nach kognitiver Ordnung und Orientierung, nach sozialer Anerkennung (Selbstwertgefühl), Anwendung des kategorischen Imperativs nach Kant
Bedürfnis nach Anreizen, die in den Handlungszielen enthalten oder damit verknüpft sind (zielbezogene oder extrinsische Motivation): „um zu“, Anreize die „von außen“ kommen, Geld verdienen, sich viel leisten können
Bedürfnis nach Anreizen, die in der Tätigkeit selbst begründet liegen („Flow“-Erlebnis, intrinsische Motivation): keine Belohnung, sonst geht intrinsische Motivation verloren (meistens)
Bedürfnis nach optimaler Reizvariation und Aktivierung („Neugier“): mittlere Aktivierung nach Yerkes und Dodson, Überaktivierung führt zu Verkrampfung, „Reizhungrige“ („sensation seekers“) brauchen viele, starke Reize und viel Abwechslung, was bei anderen Menschen wiederum Abwehr auslösen würde.
Selbstverwirklichungsstreben (Bedürfnis nach Sicherung und Erweiterung der eigenen Existenzmöglichkeiten): Entfaltung, optimale Umwelt, klar Werden über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, Selbstwahrnehmung
All diese Faktoren beeinflussen uns bei der täglichen Arbeit und je nachdem wie wir dispositioniert sind, werd wir leistungs- oder macht- oder anschlussmotiviert sein. Außerdem kommt es ebenso darauf an, welchen Schwerpunkt wir generell der Arbeit bemessen oder ob die Arbeit nur ein “Brotjob” ist. Das alles trägt natürlich zur Identifikation im Unternehmen bei. Mit einem Unternehmen, welches es mir am ehesten ermöglicht, meine Bedürfnisse und Bestrebungen umzusetzen, werde ich mich stärker identifizieren als mit einem, welches mir diese Möglichkeiten nicht bietet. Das hat am Ende nicht viel mit der Firmenphilosophie zu tun, da die meist nur in eine Richtung abzielt und für den Unternehmenserfolg steht, nicht für die einzelnen, individuellen Ziele der Mitarbeiter. Ich glaube, es wäre aber viel wichtiger für einen Unternehmer herauszufinden, welche Ziele jede/r verfolgt, was den Mitarbeiter antreibt, ihn tagtäglich motiviert (oder motivieren würde) und je nachdem die Rahmenbedingungen individuell festlegt. Derzeit ist Arbeit so definiert, dass sich der Arbeitnehmner den Bedingungen des Arbeitgebers anpassen muss. Auch wenn der Job an sich interessant wäre, die Konditionen stimmen usw., wird oft ein System “mitverkauft” das vielleicht auf den neuen Mitarbeiter nicht passt. Beispielsweise ein wöchentlich festgelegter Tag an dem ALLE Mitarbeiter sich in einer Bar treffen. Der neue Mitarbeiter ist jedoch wenig anschlussmotiviert, vielleicht auch eher zurückhaltender und fühlt sich dadurch unwohl. So hat jeder Mensch andere Bedürfnisse, andere Bio-Rhythmen, andere Sicherungsbedürfnisse, intrinsische und extrinsische Anreize usw. Es gibt verschiedene Methoden diese herauszufinden, nur macht es keiner. Was alle machen, ist Leistung verlangen, durch Zeiterfassung gemessen. Wie man jedoch richtig die Motivation und Kreativität steigert, fragt sich kaum einer (Denkanstoß für alle Unternehmer).
Lernen gestern, heute, morgen.
Über diese Grafik bin ich eben zufällig durch einen Blogpost von Lisa Rosa gestoßen. Ich habe mir die Studie des MIT “Learning: Peering Backward and Looking Forward in the Digital Era” aus Zeitgründen nicht durchlesen können, finde aber die Gegenüberstellung (Grafik) sehr anschaulich. Danke Lisa für den Hinweis.
Hier der Link zur Studie von Margaret Weigel.

Generation Ritalin
Ritalin. Ich hatte noch nie
davon gehört. Wenn ich nicht den Beitrag in der Spiegelausgabe “Generation Krisenkinder” gelesen hätte, wäre mir der Begriff vielleicht kommendes Semester an der Uni in der Lehrveranstaltung “Heilpädagogik” zu Ohren gekommen.
Eigentlich hatte mich folgende Statistik aus einem Vortrag von Remo Largo (hier ein interessantes Welt-Interview mit ihm über zu hohen Leistungsdruck bei Kindern) dazu angeregt, über das Thema zu bloggen:
Verschreibung von Ritalin in Deutschland 1993-2007: +3590%
Wahnsinn.
Ritalin (Methylphenidat) gehört zu den Amphetamin-ähnlichen Substanzen, unterliegt dem Betäubungsmittelgesetzt und ist verschreibungspflichtig. Es wird hauptsächlich bei ADS-, ADHS, aber auch bei Schlaf-Wach-Störungen eingesetzt. Das sind die Fakten (aus Wikipedia und [werner.stangl]s arbeitsblätter).
Was eine Leistungsgesellschaft mit uns bzw. vor allem unseren Kindern macht, zeigt die oben erwähnte Statistik. Das ist nicht normal, sondern der übersteigerte Leistungswahn einer Gesellschaft, wo Kinder nicht mehr zappeln dürfen und Eltern überfordert sind. Ich möchte damit nicht sagen, das Ritalin nicht seine Berechtigung in der Medizin hat. Das kann ich nicht bezweifeln. Ich glaube aber sehr wohl, dass die Diagnose heute schneller fällt als früher.
Das ist der eine Knüller. Jetzt der Zweite. Ritalin ist, was ich wie gesagt nicht wusste, eine Life-Style-Mode-Droge. Jugendliche und Studenten nehmen sie um konzentrierter und leistungsfähiger bei Prüfungen und im Job zu sein. Basti hat mir dazu heute einen Blogbeitrag aus der Schweiz geschickt. Darin beschreibt Birgit Schmid ihren Selbstversuch mit der Mode-Pille. Auch Spiegel Autor Mathieu von Rohr ordert bei seinem “60 Stunden online” Beitrag Ritalin – auf Facebook. Ich habe die wissenschaftliche Diskussion bei Schmids Beitrag nicht verstanden und hatte an manch einer Stelle eher den Eindruck, die KommentatorInnen wollen der Wahrheit nicht ins Auge sehen. Um so lesenswerter die tiefgründigen Kommentare, z.B.
Manuel Kunz, der als Direktbetroffener von ADS über seine Erfahrungen in all den Ritalin-Jahren erzählt. Auch der Beitrag von Tanja Benedikt ist für mich treffend formuliert:
Wir sind Meister in der Symptombekämpfung, aber wir scheuen uns davor, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Kann es wirklich sein, dass praktisch schon jedes Kind eine ADS-Diagnose bekommt, wenn es in der Schule nicht so tickt, wie man das gerne als Lehrer und Eltern hätte und dann, damit auch niemand einen grösseren Aufwand hat, mit Drogen vollpumpt? Die Kinder lernen heute in der Schule nicht mehr als früher, im Gegenteil. Aber sie sind definitiv schneller “verbraucht”.
oder Florian Brücher
… diejenigen, die sich hier fürchterlich über den kriminellen, unangebrachten Konsum von Ritalin beschweren, sollten sich eventuell mal auf einem Campus zur Klausurenzeit umsehen. Da muss man nicht in die oft genannten USA gehen, da muss man auch nicht an AD(H)S leiden. Da bedarf es lediglich einiger gestresster Studenten, Apotheker oder Ärzten unter den Eltern und schon hat man das Mittel. Was ich persönlich nicht allzuschlimm finde, denn diejenigen Personen aus meinem Umfeld, die Ritalin ausprobiert haben, sind durchaus vernünftige Menschen.
sowie Markus Leutwyler
Mag sein, dass die Autorin kriminell gehandelt hat, doch was sie aufzeigt, ist eine Krankheit in unserem System. Die Krankheit, Leistungen stets mit der höchstmöglichen Leistung zu vergleichen und nicht mit der höchstmöglichen, nachhaltig verträglichen Leistung. Das schraubt die Anforderungen stets nach oben und immer mehr Menschen zerbrechen daran.
Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von all dem halten soll. Mir ist die Mode-Pille einfach noch nicht begegnet. Ich fände es auch völlig absurd so etwas zu nehmen. Ich kann immer nur so viel leisten wie ich eben dazu fähig bin. Niemand legt mir abends ein Bonbon ans Bett, weil ich mich so abgestrampelt habe, oder? Und für wen dann eigentlich? Für die Gesellschaft? Für mich sicherlich nicht. Da fände ich es wichtiger, dass unsere (Leistungs-)gesellschaft die Mechanismen der Leitungsmotivation kennt und versteht und in allen Bereichen anwendet.
Was meint ihr dazu? Habt ihr schon mal davon gehört? Kennt ihr jemand der Ritalin zur Leistungssteigerung nimmt?
Bildungsexpedition
Ich bin heute total auf den Videos der Bildungsexpedition hängen geblieben und finde es total spannend, was da passiert.
Hier meine Resümees zu den Interviews der Bildungsexpedition
in Tübingen:
Vor allem Bildung hat den Second Life Hype überlebt, ebenso die Kunst. Leider hat Second Life ein schlechtes Image. Ich bin aber überzeugt, das gerade in den erlebbaren Welten höhere Lernziele (Anwenden, Analyse, Synthese) erreicht werden können, da der Lernende auf mehreren Ebenen angesprochen wird. Second Life wird nicht genutzt, um Wissen zu vermitteln. Was nützt es den Frontalunterricht in einen virtuellen Raum zu übertragen? Es geht darum, die Möglichkeiten zur Veranschaulichung zu nutzen. Allerdings hat Second Life einige technische Hürden, wie auch Johannes Moskaliuk betonte und wofür einige Lehrveranstaltungen zu Beginn genutzt werden müssen.
in München:
Thomas Sporer von der Universität Augsburg hat für mich die Sache auf den Punkt gebracht. Auch aus meiner Erfahrung heraus ist es so, dass sich die Studierenden schwer damit tun die neuen Werkzeuge einzusetzen, wenn doch “die alte Methode auch ging”. Es ist keine Weltverbesserung, sondern es ist Pionierarbeit. Studenten für etwas begeistern, was sie erst einmal “überfordert”, ist keine leichte Sache, auch wenn man selbst dahinter steht.
An das was Jean-Pol Martin bezüglich der Wissensparadigmen sagt, kann ich mich nicht anschließen. Denn es würde bedeuten, dass wir uns von einem Extrem ins andere bewegen. Ich denke aber sehr wohl, dass es einen Grundstock an frei verfügbarem Wissen geben wird. Und dann werden sich die Menschen in bestimmte Themen vertiefen, sei es in der Schule, in der Arbeit oder beim Studium – life long learning. Ich wäre doch überfordert, wenn ich mich in der Physik genauso gut auskennen müsste, wie ein Experte. Ich finde eher den Wandel spannend und die Frage ist, was wir – auch im pädagogischen Sinne – mit dem frei verfügbaren Wissensinhalten machen, wie wir sie strukturieren und kategorisieren und dann den Lernenden zur Verfügung stellen.
Ich bin auf weitere Videos gespannt!
Video zum Bildungskongress.

Bildungskongress_2009
Ich habe ja bereits gestern mein Nachwort zum Bildungskongress auf Soundcloud gestellt. Bitte verzeiht mir, dass an manchen Stellen der Zusammenhang fehlt. Vielleicht muss ich mich erst mal ans Podcasten gewöhnen.
Nachlese (-rede) zum Bildungskongress der METRO AG by Annellchen
Prof. Kruse hat eine wirklich tolle Präsentation gehalten.
Meine Lieblings-Zitate:
“Das Soziale Netz startet im Moment durch.”
“Hier findet etwas statt, eine Macht bottom up.”
“Heimat ist, wo man seine Pupertät durchlitten hat.”
“Internet: ein gigantisches Gehirn in der Pupertät.”
“Ich glaube, dass es der Bildungslandschaft gut täte, wenn sie etwas Erotik bekäme.”
Ich denke, wir haben ingesamt ein positives Bild hinterlassen, aufgerüttelt und gleichzeitig Interesse geweckt. Hoffentlich wird sich jetzt einiges ändern. Wenn nicht, kümmern wir uns drum :)
Anbei nun das versprochene Video mit den Interviews, die Melanie und ich auf dem Bildungskongress geführt haben.
Vielen Dank an dieser Stelle an die interviewten Personen für die interessanten Beiträge.
- Peter Blomert – Gesamtschule Espenstraße Mönchengladbach
- Monika Stoll-Röhl – Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg Coesfeld
- Christopher Schering – Geschäftsführer cobra youth communications GmbH
- Felix Schaumburg – Gesamtschule Barmen in Wuppertal
TED wird 500.
oder TED hat seinen 500. Speaker zu vermelden. Bei Facebook können nun alle TED Fans entscheiden wer eine Rede halten soll. Favorit ist bis jetzt Sir Ken Robinson, der mit seiner Rede über “schools kill creativity” einiges in den Köpfen durcheinander gewirbelt hat. Anbei noch mal das grandiose Video von seiner Rede:
Nachlese Bildungskongress METRO AG #1
PeterKruse Bildungskongress 09
Noch keine 24 Stunden sind vergangen nach dem Bildungskongress der METRO AG in Düsseldorf. Ich sitze im Büro von AVISEO und komme noch nicht so recht zum reflektieren, denn die Kunden müssen ja auch betreut werden. Eine Idee wie meine Nachlese aussehen soll, habe ich allerdings schon. Es soll ein Video werden. Melanie und ich haben ja fleißig interviewt auf dem Kongress. Daraus und aus vielen anderen Puzzleteilen werde ich ein Video basteln. Updates folgen.
Twitter im Unterricht
Ich habe schon einmal über das Twitter-Experiment an der Uni Dallas geschrieben. Heute habe ich passend zum Bildungskongress der METRO AG (#bk09) eine Präsentation auf SlideShare gefunden über Twitter im Unterricht und warum es LehrerInnen einsetzen sollten.






