Archive for the ‘polütisches’ Category
Lust auf ne Spritztour?
Noch ist nicht klar, ob der Spot im Ministerium oder von einer externen Agentur konzipiert worden ist. Ich wüsste es jedenfalls zu gern. Die interessanteste und wohl bezeichnend sexistischste Stelle in dem Video ist nicht etwas der Blick in den Ausschnitt der Frau, sondern wie der Rekrut das Kanonenrohr streift. Keine Ahnung was das eigentlich soll.
Kommentar auf sueddeutsche.de
Kommentar auf derstandard.at
Barcamp Salzburg oder Wien?
Hach, jetzt bin ich doch etwas durcheinander. Eigentlich hatte ich fix geplant am 13. Juni zum Barcamp nach Wien zu fahren. In Salzburg findet am selben Tag (#schlechte-planung) das Barcamp Salzburg statt. Da die Teilnehmerliste bisher recht schmal war, wollte ich mir das sparen und eben gleich nach Wien. Nun haben die Veranstalter subnet.at aber Markus Beckedahl eingeladen und deshalb sieht die Sache wieder ganz anders aus. Wird dann wohl eine Bauchentscheidung.

Barcamp Salzburg
Nachdenken über Globalisierung und Massenproduktion
Irgendwie habe ich diese Woche viel über Globalisierung nachdenken müssen. Unser Afrika Projekt hat für mich bewiesen, dass wir gemeinsam – also insofern global – etwas auf gemeinnütziger Ebene erreichen können. Ulrike, Alexander und Tim betonen jedoch, dass die Umsetzung vor Ort und der Kontakt mit den Menschen wahnsinnig wichtig waren/sind.
Ibo von sevenload hat am Donnerstag Kernaussagen zu einem Globalisierungsgespräch getwittert (merci :). Ein Zitat, worüber ich nachdenken musste, war u.a. “Der Weg, den Armen zu helfen, ist mehr Globalisierung, nicht weniger”. Mh, da fiel mir sofort Korruption und Ausbeutung ein. Und dass man eigentlich Ländern der Dritten Welt und Schwellenländern dabei helfen sollte, sich selbst zu helfen, also in ihrem eigenen Land Werte zu schaffen.
Parallel dazu ist letzte Woche auch das Buch “Marke Eigenbau” von Holm Friebe und Thomas Ramge zu Hause eingetrudelt. Was genau DIE Marke Eigenbau ist und wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat, erklären die Autoren sehr schön auf der Website der Marke Eigenbau unter www.marke-eigenbau.org, gespickt mit Videos und Blog. Ich erspare mir also das hier noch lang und breit auszuformulieren. Es geht darum Unikate selbst zu erschaffen, im kleinen Rahmen, nicht auf Masse, eher Klasse. Zu Beginn erläutern sie wie die Massenproduktion und der Massenkonsum entstanden ist und warum nun die Rückkehr auf das Eigene, selbst Erschaffene stattfindet.
Ich habe den Eindruck, dass der Trend zum ‘Selber Machen’ und ebenso die Neudefinition von Arbeit dazu dient, Dinge die wir selbst erschaffen, richtig zu attributieren, Stichwort Selbstorganisation. Am Ende des Tages möchte ich wissen und sagen können, was ich erschaffen oder vorangebracht habe und eben nicht nur “ein Rädchen im Getriebe” sein. Dies geht auch in Richtung Individualisierung und somit auch zur Abgrenzung von Massenprodukten und vom Mainstream. Und dann hat diese Entwicklung noch ein zweites Moment, ein soziales. Wenn Marke Eigenbau nicht auf Masse ausgelegt ist, strebt es auch nicht nach Gewinnmaximalisierung. Eine andere Logik ist hier vorzufinden. Beispielsweise werden bei armed angels (social fashion -> habe ich hier schon einmal drüber geschrieben) diese ’sozialen Elemente’ eingebaut, da die Ware zum einen fair trade (ökonomischer Aspekt) unterstützt, nur reine Baumwolle (ökologischer Aspekt) verarbeitet wird und ich als Käufer entscheiden kann, in welches soziale Projekt ich einen Euro des Kaufpreises investieren will. Mit der neuen Frühjahrsputzaktion sollen alte Klamotten nicht weggeworfen, sondern recyceld werden (-> Abkehr von Wegwerfgesellschaft).
An dieser Stelle kommt mein zweites Zitat von Jean Ziegler (UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung), der in dem Film “We feed the world – Global essen” sehr treffend zum Ausdruck bringt, was das eigentliche Übel des Kapitalismus wie wir ihn heute vorfinden, ist: “Profitmaximalisierung, ist die mörderische Strategie der Konzerntyrannie auf dieser Welt!” Ich habe mir aber die Mühe gemacht diesen Beitrag aus dem Film zu transkripieren:
“Freihandel hat mit Freiheit ¸berhaupt nichts zu tun, das ist eine riesige Lüge! Es ist die Freiheit des Raubtiers, im Dschungel, wenn Nestlé zum Beispiel gegen ein afrikanisches Bauernsyndikat antritt, ist das wie, wenn der Boxweltschwergewichtsmeister Mike Tyson in den Ring geschickt wird gegen einen arbeitslosen Bengalen – ausgehungerten Bengalen. Und die Konzerne, die MACHT der Konzerne, heute auf dieser Welt drückt sich aus in EINER Zahl, die die Weltbank letztes Jahr publiziert hat: Im letzten Jahr sind 52% des Weltbruttosozialprodultes – d.h. alle auf der Welt produzierten Reicht¸mer in einem Jahr – kontrolliert worden von 500 WELTKONZERNEN. Und diese Weltkonzerne die funktionieren nur nach PROFITMAXIMALISIERUNG. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern, der fast 300.000 Angestellte hat, auf den 5 Kontinenten tätig ist, über 8000 Marken kontrolliert, ist Nestlé. Nestlé wird geführt gegenwärtig von einem sympathischen, braungebrannten österreicher, der aber wiederumgehorcht der internen Logik des Konzerns, nämlich: ‘der wertneutralen Profitmaximalisierung‘.Und wenn er nicht jedes Jahr neue astrologische Werte für die Profite, für die Aktionäre schafft, dann ist er weg vom Fenster. Dann hilft ihm seine riesige Macht die er heute hat über hunderte von Millionen von Menschen auf dieser Welt überhaupt gar nichts!
Profitmaximalisierung, ist die mörderische Strategie der Konzerntyrannie auf dieser Welt!
Fazit: An dieser Stelle komme ich zu dem Schluss, dass ich Marke Eigenbau einfach super finde, aber ich glaube wir brauchen in Zukunft Ordnungssysteme wie wir die Fülle an individuellen Angeboten und Unikaten doch wieder ordnen können, damit auch jedes Produkt an den Kunden kommen kann, ansonsten wird es sich viral verbreiten und dann wird es wieder Gewinner und Verlierer geben. Zum Kapitalismus möchte ich sagen, dass ich ihn grundsätzlich nicht ablehne. Vielleicht steckt in mir als Ossi so etwas wie ein kommunistischer Kapitalist. Ich glaube daran, dass wir Werte schaffen müssen, wäre aber für eine gerechtere Verteilung.
brave new world – pizzabestellung 2015
Heute ist mir von meiner Studienkollegin ein Sheet mit dem Titel “Pizzabestellung im Jahr 2015″ geschickt worden. Es stand kein Datum dabei, aber brandaktuell könnte es dennoch sein. Nach einer kurzen Recherche im Netz bin ich draufgekommen, dass diese Utopie/Parodie schon 5 Jahre im Netz existiert.
Pizzabestellung im Jahre 2015
Pizzamann: “Danke, dass Sie Pizza Hut angerufen haben. Kann ich Ihre.”
Kunde: “Hi, ich möche etwas bestellen.”
P: “Kann ich bitte erst Ihre NIDN haben?”
K: “Meine Nationale ID Nummer, ja, warten Sie, die ist
6102049998-45-54610.”
P: “Vielen Dank, Herr Schwardt. Sie wohnen in der
Rosenstraße 25 und Ihre Telefonnummer lautet 89 568 345. Ihre
Firmennummer bei der Allianz ist 74 523 032 und Ihre Durchwahl ist -56.
Von welchem Anschluss aus rufen Sie an?”
K: “Hä? Ich bin zu Hause. Wo haben Sie alle diese Informationen her?”
P: “Wir sind an das System angeschlossen.”
K: (seufzt) “Oh, natürlich. Ich möchte zwei von Ihren Spezial- Pizzen
mit besonders viel Fleisch bestellen.”
P: “Ich glaube nicht, dass das gut für Sie ist.”
K: “Wie bitte??!!”
P: “Laut Ihrer Krankenakte haben Sie einen zu hohen Blutdruck und extrem
hohe Cholesterinwerte. Ihre Krankenkasse würde eine solche ungesunde
Auswahl nicht gestatten.”
K: “Verdammt! Was empfehlen Sie denn?”
P: “Sie könnten unsere Soja-Joghurt-Pizza mit ganz wenig Fett probieren.
Sie wird Ihnen bestimmt schmecken.”
K: “Wie kommen Sie darauf, dass ich das mögen könnte?”
P: “Nun, Sie haben letzte Woche das Buch ‘Sojarezepte für Feinschmecker’
aus
der
Bücherei ausgeliehen. Deswegen habe ich Ihnen diese Pizza empfohlen.”
K: “Ok, ok. Geben Sie mir zwei davon in Familiengröße. Was kostet der
Spaß?”
P: “Das sollte für Sie, Ihre Frau und Ihre vier Kinder reichen.
Der Spaß, wie Sie es nennen, kostet 45 Euro.”
K: “Ich gebe Ihnen meine Kreditkartennummer.”
P: “Es tut mir leid, aber Sie werden bar zahlen müssen.
Der Kreditrahmen Ihrer Karte ist bereits überzogen.”
K: “Ich laufe runter zum Geldautomaten und hole Bargeld, bevor Ihr
Fahrer hier ist.”
P: “Das wird wohl auch nichts. Ihr Girokonto ist auch überzogen.”
K: “Egal. Schicken Sie einfach die Pizza los.
Ich werde das Geld da haben. Wie lange wird es dauern?”
P: “Wir hängen ein wenig hinterher. Es wird etwa 45 Minuten dauern. Wenn
Sie es eilig haben, können Sie sie selbst abholen, wenn Sie das Geld
besorgen, obwohl der Transport von Pizza auf dem Motorrad immer etwas
schwierig ist.”
K: “Woher wissen Sie, dass ich Motorrad fahre?”
P: “Hier steht, dass Sie mit den Ratenzahlungen für Ihren Wagen im
Rückstand sind und ihn zurückgeben mussten. Aber Ihre Harley ist
bezahlt, also nehme ich an, dass Sie die benutzen.”
K: “@#%/$@&?#!”
P: “Achten Sie lieber darauf, was Sie sagen.
Sie haben sich bereits im Juli 2006 eine Verurteilung wegen
Beamtenbeleidigung eingefangen.”
K: (sprachlos)
P: “Möchten Sie noch etwas?”
K: “Nein, danke. Oh doch, bitte vergessen Sie nicht, die beiden
kostenlosen Liter Cola einzupacken, die es laut Ihrer Werbung zu den
Pizzen gibt.”
P: “Es tut mir leid, aber die Ausschlussklausel
unserer Werbung verbietet es uns, kostenlose Softdrinks an Diabetiker
auszugeben.”
Gefunden via Traum-Projekt.com
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Quelle: Ich habe es von “hagbard” von der webwork-community kopiert.
Was die Erhebung von privaten Daten betrifft, ist die Pizzabestellung nicht weit entfernt von der Realität. Online Banking, Video-Aufzeichnungen und nicht zuletzt die Vorratsdatenspeicherung – wir hinterlassen Spuren.
Das alles hat sich in den letzten Jahren verschlimmert. Nur keiner weiß, wo die Informationen zusammenlaufen bzw. wer sie abruft. Die Polizei areitet heute verstärkt mit Community-Betreibern zusammen, um Täter zu identifizieren bzw. zur besseren Beweisgrundlage. Die virtuelle Welt ist nicht mehr so unnahbar wie früher, wir bewegen uns mit unseren wirklichen Identitäten. Das führt dazu, dass wir alte Freunde einfacher finden, was positiv ist. Schlecht ist es nur dann, wenn meine “Identität” im Netz gar nicht ich bin, sondern jemand sich als “ich” ausgibt!
Auf der anderen Seite wird hier Vorschlagwesen ein wenig überspitzt dargestellt und eines ist klar: Bei diesem Pizzalieferant würde der Kunde nie wieder bestellen! Der Vorteil von Targeting und Vorschlagwesen, nämlich dass der Kunde genau das vorschlagen oder geraten bekommt, was er auch will bzw. was ihm nützt, wird hier ins Gegenteil gedreht.
Wie sich das Vorschlagwesen bei Amazon aber heute schon zum Teil in die entgegengesetzte Richtung entwickelt, dokumentiert der Elektrische Reporter mit seinem letzten Beitrag über: “Vorschlagsysteme: Mit den besten Empfehlungen”.
Heftig: Papst Benedikts Aussage zu Kondomen in Afrika
Die Diskussion ist zwar jetzt schon zwei Tage her, dennoch ist es mir ein Anliegen darüber zu schreiben. Auf seiner ersten Afrikareise erklärt Papst Benedikt noch im Flugzeug Kondome seien nicht die Lösung des Aidsproblems in Afrika, sondern eine Veränderung des Sexualverhaltens zu einer besseren Moral. Zitat vom Video: “Man kann das Aidsproblem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln, ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem.”
Kondomstreit Papst Benedikt: Erste Reise nach Afrika
Mit so einer Aussage verschließt man sich nicht nur vor der Realität, sondern sie widerspricht und entwürdigt die jahrelange Arbeit von Anti-Aids-Organisationen in Afrika.
Fakt ist, dass die Menschen in Afrika – sowie auch auf jedem anderen Ort auf dieser Welt – ihre Sexualität leben möchten und auch werden, denn sie ist das Natürlichste auf der Welt.
Den Menschen wird mit diesem Satz ein schlechtes Gewissen für Ihren “unmoralischen Glauben” gemacht, obwohl sie nur Menschen sind und Ihre Sexualität leben. Gleichzeitig (und das finde ich noch viel schlimmer) impliziert diese Botschaft für mich: “Wer kein guter Christ ist, hat oder bekommt Aids”. Aus meinen eigenen Erfahrungen in Afrika weiß ich, dass die Menschen sehr gläubig sind und die Ursachen für Probleme eher im Glauben suchen. Das innere Dilemma ist vorprogrammiert. Dessen sollte sich die Kirche bewusst sein.
Aber die Menschen können nichts dafür, wenn sie beispielsweise mit Aids geboren werden. Sie können aber sehr wohl etwas dafür, wenn sie andere Menschen wissentlich infizieren. Ich finde diese Aussage so unsensibel und diskriminierend, das sich mir die Haare aufstellen.
Warum akzeptiert die Kirche nicht die Realität und sagt: “Lebt eure Sexualität, aber schützt euch”. Ach ja, das würde ja der Kirche widersprechen. Aber ehrlich: Da muss man doch mal die Augen aufmachen und nicht mit dieser Doppelmoral daherkommen!
Hier noch ein schönes Interview mit Pfarrer Stefan Hippler von der Aidshilfe HOPE in Kapstadt von der Deutschen Welle. Zitat: “Die Situation ist eine Katastrophe”!
nach dem WebMontag ist vor dem WebMontag
Zunächst möchte ich mich bei allen Teilnehmer für den wirklich gelungenen WebMontag bedanken. Über viel wurde diskutiert; angefangen von der Motrin Story über politischen Aktionismus im Web bis hin zu der Frage, ob das Web mehr Demokratie (bzw. ein neues Verständnis der Demokratie) voranbringen kann.
Ich halte das für eine wichtige Frage und möchte Sie noch einmal aufgreifen. Ich denke, dass bei dem aktuellen Politikverdruss junger sowie alter Menschen, es unheimlich wichtig ist, dass das Netz für mehr Aufklärung sorgt und dabei auch die neuen Tools (Videokonferenzen live streamen usw.) mehr Transparenz schaffen können.
Allerdings glaube ich nicht, dass das Web eine neue Demokratie schafft, denn es gibt keine festgeschriebenen Regeln für das Verhalten im Netz. Die Vorgaben der Netiquette halte ich für sinnvoll und richtig. Dennoch bleibt es auslegungssache jedes Einzelnen wie er sich im Web verhält, was dazu führt, dass sich manche Kommentare in Blogs wie der Schlagabtausch von zwei Tennisprofis lesen. Im Internet Regeln festzulegen, würde dem offenen Charakter des Netzes widersprechen. Aber ohne Regeln ist jedes Feedback für die Katz, denn wer würde sich einen Kommentar à la “du hast ja gar keine Ahnung” zu Herzen nehmen? Niemand. Mein Fazit: Mehr Netiquette, bringt auch mehr Demokratie.
Ich hoffe wir machen sehr bald den zweiten WebMontag in diesem Jahr. Es waren sehr viele aus dem Bereich Elearning da. Ein spannendes Thema, welches wir vielleicht nach dem Educamp in Ilmenau zum Anlass für den nächsten Webmontag machen könnten.
Interview Franz Müntefering übers Twittern
Dass Franz Müntefering aktiv twittert finde ich weitaus phänomenaler als das Calli mich gefollowed hat. Auf netzpolitik.org habe ich ein Interview mit Franz Müntefering übers Twittern entdeckt. Das ist zwar recht kurz, aber dennoch gefällt mir die Position Franz Münteferings (Frage: “Was war deine Motivation?”): “Wähler erreichen und die SPD in schwierigen Zeiten zusammenhalten. Auch digital.” …und weiter: “Anmelden – und den Menschen aus dem Herzen twittern.”
Schöner, hätte er es nicht sagen können. Applaus für Franz Müntefering.
Sind so kleine Hände
Bettina Wegner – Kinder (2007 version)
Heute gibt es ein wenig Ostalgie von mir. “Sind so kleine Hände” von Bettina Wegner ist ein sehr bekanntes DDR-Lied, was sie nie im Osten spielen durfte.
Ich möchte das Lied meiner Mutter widmen, da sie mir immer davon Zeilen vorgelesen hat. Erst seit gestern weiß ich von wem es ist.
Kinder
Bettina Wegner
(Sind so kleine Hände)
Sind so kleine Hände, winz’ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.
Sind so kleine Füße mit so kleinen Zeh’n.
Darf man nie drauftreten, könn’ sie sonst nicht geh’n.
Sind so kleine Ohren, scharf und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.
Sind so schöne Münder, sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.
Sind so klare Augen, die noch alles seh’n.
Darf man nie verbinden, könn’n sie nichts versteh’n
Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen, geh’n kaputt dabei.
Ist so’n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.
Grade, klare Menschen wär’n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat hab’n wir schon zuviel.
David vs. Goliath – die Blogosphäre vs. Mehdorn
Auch wenn es schon überall herumgezwitschert wurde, das Memo zur Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn von netzpolitik.org Betreiber Markus Beckedahl hat auch mich in den Bann gezogen. Das Memo wurde am 31.01.2009 ins Netz gestellt, am 03.02.2009 erhielt Markus Beckedahl eine Abmahnung der Deutschen Bahn. Bis zum Samstag hatten das Memo ca. 5000 Menschen gesehen, nach der Abmahnung waren es etwa 50.000 Zugriffe auf netzpolitik.org, was letztlich auf die Verbreitung wie Twitter zurückzuführen ist (Retweets). Die Abmahnung kann im schlimmsten Fall eine Geldstrafe für Markus Beckedahl bedeuten, aber er sagt dazu im Interview mit Deutschlandradiokultur (Transkript): “Ich werde das notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht durchfechten, weil ich finde, das ist eine wichtige gesellschaftliche Frage, ob so was erlaubt sein soll oder nicht. Und ich bin der Meinung, das sollte erlaubt sein.” Ich finde das sehr richtig und mutig von Markus Beckedahl. Ich sehe es als wichtigen Beitrag für die Meinungsfreiheit der Blogger.
Die TAZ titelt heute mit der Mehdorn Story: “Bahn-Chef will kritische Internetberichte über den Spitzelskandal verbieten lassen!”
Auch zahlreiche andere Zeitschriften wie das Handelsblatt oder Spiegel Online berichten darüber.

Wir werden sehen wer gewinnt…der Nachruf im Internet ist jedenfalls enorm und das ist auch gut so.
https://secure.avaaz.org – Petition anlässlich der Finanzkrise






