Anne Grabs // Social Media & Bildung

Freiraum für eigene Gedanken

Archive for the ‘unterwegs’ Category

tazlab

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Ich bin am Wochenende in Berlin zum tazlab Bildung eingeladen. Ich werde gleich auf zwei Podien sitzen und diskutieren. Wer nicht in Berlin dabei sein kann, kann den Livestream taz.de/live verfolgen und mit dem hashtag #tazlabuni20 mitdiskutieren.

1. Privilegien gratis: Wie (un)gerecht ist die Campus-Maut?

Studiengebühren sind seit 30 Jahren DER Streitfall der Hochschuldiskussion. Aber sind sie auch der Sündenfall der Bildungsgerechtigkeit? Wo entsteht soziale Ungleichheit in der Bildungskette?

Auf der einen Seite stehen 420.000 Kinder in Sonderschulen, eine Million in Hauptschulen und etwa 20 Prozent Risikoschüler – ihre Zukunftsaussichten sind trübe, ihre Mobilisierungskraft ist miserabel. Auf der anderen Seite stehen zwei Millionen Studierende, die aus dem privilegierten und gut finanzierten Teil des Bildungssystems kommen. Ihre Zukunftsaussichten sind gut, ihr Mobilisierungsgrad ist super – wenn es darum geht, das Studium gratis zu halten. Wir wollen in dem Panel darüber sprechen, wo Bildungsarmut in der Republik herrscht und wie man Bildungsungerechtigkeit besser bekämpfen kann: Indem man die Studiengebühren abschafft? Oder indem man das Schulsystem radikal umbaut?

Demotivation bei Schülern ist für mich eine Frage der Durchlässigkeit von Grund- zu Mittelschule – zu Gymnasium – zu Hochschule usw. Demotivation kann auch durch geringes Selbstvertrauen und fehlende Zukunftsperpektiven zustande kommen, letztlich korreliert sie mit dem Habitus und der Erziehung, weniger mit Studiengebühren. Dennoch können Studiengebühren eine weitere Hürde für finanziell benachteiligte Personen und Haushalte darstellen. Für mich sind hier Fragen der Verstärkung sozialer Ungleichheiten (niedrige Einkommensklassen) und Bevorzugung höherer Einkommensklassen, der Verschuldung junger Studierenden, der Ökonomisierung von Bildung relevant. In diesem Zusammenhang möchte ich auch darüber diskutieren, welche Rolle der Staat bei der Finanzierung von Bildung spielt und warum es seine Pflicht ist, für die Bildung seiner Bürger aufzukommen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf diese Diskussion.

2. Bildungsstreik 2010: Scheitern per Gesetz?

Der Bildungsstreik 2009 war ein voller Erfolg, sagen die einen. Außer Spesen nichts gewesen, die Anderen. 2010 sollen die Bildungsproteste weitergehen. Aber was sind die Bedingungen für Protesterfolg?

Welche Mittel haben Studierende überhaupt, um nachhaltig Druck auszuüben? Wann sind sie damit erfolgreich? Und woran lässt sich dieser Erfolg messen? Das diskutiert taz-Bewegungsredakteur Felix Lee gemeinsam mit Jörg Rostek aus dem Presseteam des Bildungsstreiks 2009 mit Anne Grabs, die bei den Studierendenprotesten in Österreich aktiv war, und mit dem Soziologen Stephan Lessenich, Prodekan an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der selbst auf eine reichhaltige Streikerfahrung zurückblicken kann – auch als Dozent. Bereits beim “Lucky Streik” 1997 unterstützte er die protestierenden StudentInnen. Gemeinsam fragen sie: Quo vadis, Bildungsstreik?

Auch das wird eine spannende Diskussion. Erfolgsfaktoren der unibrennt-Bewegung waren folgende, zitiert nach @Luca:

  • ein gemeinsames Problem
  • Transparenz
  • Dezentralität
  • Vernetzung
  • Vernunft

Written by Anne Grabs

April 20th, 2010 at 9:15

re:publica 2010: Klassenfahrt mit Höhen und Tiefen

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Eigentlich wollte ich diesen Post schon nach dem ersten Tag der re:publica veröffentlichen, habe es nicht geschafft. Es ist aber auch nicht sehr viel Wichtiges dazugekommen, was daran lag, dass ich am 2. und 3. Tag einfach nicht mehr so viel gesehen habe. Das ist Berlin, den Menschen, scharchenden Hostelmates und meinem Pausenbedürfnis zu schulden. Ich nenne es eine Klassenfahrt mit Höhen und Tiefen. Höhen, weil erstklassige Vorträge, gute Stimmung, nette Leute, Tiefen, weil zweitklassige Vorträge, überfüllte Kalkscheune, Wlan-Probleme und manchmal auch komische Leute. So ist eben eine Klassenfahrt.

Peter Glasers Keynote setzte mit seiner kritischen Analyse der digitalen Faszination meiner Ansicht nach einen Schwerpunkt für die re:publica 2010 und fordert eine Brückentechnologie, welche “nicht nur die Early Adopters und die technologisch Versierten ansprechen, sondern auch den Rest der Menschheit. Wobei dieser Rest nicht wirklich ein Rest ist. Es sind etwa 90 Prozent der Bewohner dieses Planeten.” Ein Appell an die Netzaktivisten, der sicherlich bis zur nächsten rp11 diskutiert werden wird.

Jeff Jarvis postuliert mit seinem “privacy, publicness and penises-These”  den Kontrollwahn der Deutschen, was für ihn völlig unverständlich ist, wo sich doch nahezu jeder in der Sauna komplett nackt macht. So einfach ist das ja aber nicht. “get nacked in web” bedeutet auch, angreifbar zu sein und FKK schlicht und einfach nur zu schwitzen und übers Wetter zu reden. Im Endeffekt ist die privacy-Diskussion immer eine Grundsatzfrage über das Recht des einzelnen, SEINE Daten selbst zu verwalten und es wäre töricht, darüber nicht zu sprechen, das nennen wir Netzneutralität. Sein Einstehen für die “publicness”, begründet durch das Aufzeigen möglicher Konsequenzen bei der „the audience formerly known as the audience becomes audience again“, halte ich dennoch für ein richtiges Argument. Er hat Recht, wenn er sagt, das Internet sei unser Raum, unsere Öffentlichkeit, die wir für uns nutzen und selbst gestalten sollen. Für Jarvis hat eben alles im Internet einen Wert, wenn es für jemanden anderen relevant ist, wie er mit seinem selbstoffenbarendem Blogpost über Prostatakrebs (322 Kommentare) argumentiert. Ein wenig hinkt das Beispiel, denn er hat seinen Blog auch nicht mit solch einem Post gestartet. Er erzeugt eben auch Resonanz, weil er – Jeff Jarvis – es schreibt. Und natürlich wird er dann sofort als Vorbild verstanden, es offenbaren sich glatt weitere Männer, die Prostatakrebs haben oder hatten, berichten von ihren Erfahrungen usw.. Es menschelte also auf der buzzmashine und eigentlich wäre das der Moment gewesen, wo Jarvis hätte zugeben können, dass er an dieser Stelle als Aufklärer fungiert hat und die Leute im Saal ansprechen, die sich ihrem Potenzial/ihrer Verantwortung bewusst sein sollten, macht er aber nicht.

Stichwort Resonanz: Und dann kam Kruse (Mitschnitt Vortrag). So wie er Aufschaukelungs- und Abschaukelungsprozesse im social web beschreibt, ging ein ebenso großes Rauschen durchs Publikum. Wütend und verärgert sei er, wenn er mitbekommt, wie sich Experten über die Thematik Internet unterhalten (was er ja neulich auch gemacht hat, aber wurscht). Diese Energie hat er zum Anlass gemacht, eine neue Studie vorzustellen und kommt nach den digital inhabitants und digital immigrants nun zu den “digital visitors” und “digital residents”, die sich in ihren Wertemustern komplementär zu einander verhalten. Seinem Fazit “Wenn Sie sich über Netze unterhalten, dann unterhalten Sie sich mit Netzen” widerspricht er in seinem Schlussatz “Überzeugungsarbeit ist nicht notwendig”, da die Lawine ja bereits zu Tal donnert, ein wenig. Wenn nicht die Experten miteinander diskutieren sollen (absolut korrekt), dann müssen es die user – egal ob visitor oder resident – tun, auch um die Brücken zu schaffen, die Glaser gefordert hat. Wenn auf die Frage, ob die Nutzung des Internet eine Glaubensfrage sei, geantwortet wird: “Das Internet zu nutzen oder nicht zu nutzen ist keine Glaubensfrage, sondern eine Frage sinnvoller Zukunftsorientierung und praktischer Vernunft”, dann muss zwangsläufig über den Sinn diskutiert werden. Ich glaube daran, dass diese divergierenden Gruppen, sich in ihren Wertevorstellungen und Vermutungen gegenseitig bereichern können, auch wenn es wahnsinnig anstrengend ist. Vielleicht sollte es keine Überzeugungsarbeit sein, aber wenigstens ein Austausch.

Und zum Abschluss hat Sascha Lobo seine shitstorm-Theorie zum Besten gegeben. Selbstironisch präsentiert er seine eigenen erlebten shitstorms, d.h. Beleidigungen, Beschimpfungen und “Anfeindungen” (er würde das niemals so nennen) und gibt zu, dass es ihm in der Vergangenheit selbst schwer gefallen ist, sich an seine eigens vorschlagene Souveränitätsregel zum Überleben eines shitstorms zu halten. Dass shitstorms immer auch eine berechtigte Kritik enthalten, meint Lobo. Dennoch halte ich nichts davon, wenn sich die Twitteria – ach nein Trolle sind das ja – gegenseitig wie 14jährige bekoffern. Wenn das Internet kein Medium ist, sondern als Kulturraum verstanden werden soll, dann gelten da auch die Regeln des menschlichen Miteinanders. Realisitischerweise wird es nur ein paar wenige Menschen geben, die so wie Sascha Lobo reagieren und das auch nur, wenn sie einen gewissen Abstand zu ihrer Rolle in Twitter gewinnen. An dieser Stelle können wir uns jegliche Authentizität sparen. Unternehmern den Rat zu geben, einerseits echt zu sein, anderseits so zu tun, als sei ihnen die Kritik “scheißegal”, ist eine Anleitung zur Schizophrenie. Letztlich wird sich der Großteil reaktiv verhalten, wenn sie mit Argumenten wie “heul doch” konfrontiert werden und nein, man wird nicht abstrahieren können, dass sich daraus die eigentliche Antikritik entwickeln könnte. Wer gegen shitstorms gewappnet sein will, sollte Twitter als Rollenspiel verstehen, als Rollenspiel für den Umgang mit Killerphrasen.

Am letzten Tag ist mir nur noch Felix Schwenzels Vortrag “Warum das Internet scheiße ist” im Kopf hängengeblieben. Die schlichte Forderung darüber nachzudenken, ob wir nicht alle zu neoliberal in Sachen Netz denken und es sinnvoll wäre, über eine staatliche Regulierung zu diskutieren, folgt nach einer Karikatur beispielhaften, nervigen Internetverhaltens. Problem #1 “Leute die nerven, nerven.” Und dann nerven da noch Talkshows übers Internet, Blogger, Twitterer die #fail benutzen; Leute, die in unser Internet schreiben; Leute die “der Blog” sagen und die, die sagen, dass “der Blog” falsch ist, nerven genauso usw. Die modifizierten Twitterportraits fand ich wunderschön.
Ach ja, für die visitors wäre dann der Beitrag von der FAZ zu empfehlen und für die residents eignet sich Herrn Knüwers Nachlese – und umgekehrt

Weitere BloggerInnen berichteten folgendermaßen:

Mike Schnoor, 15.04.2010 re:publica 2010 – Medienmomente und Kongresskultur

@stijlroyal, @kcpr 16.04.2010 Warum Blog nicht das Medium der Zukunft sein können. Die re:publica 2010.

Patrick Breitenbach, sehr gute Replik zu Kruse: Das Internet und der Kampf der kulturellen Wertewelten

@raventhird, 18.04.2010 re:publica 2010: „Kreisbewegungen, oder?“

Mathias Richel, 18.04.2010 Ein bisschen meiner re:publica zum nachlesen und schauen. (Ohne Bier, feiern, lachen und euch.)

Hannes Mehring. 19.04.2010 ein überfülltes, erwachsen gewordenes Klassentreffen

evangelisch.de, 19.04.2010 Blogger erfolgreich in die Gesellschaft integriert

Carolin Neumann, 19.04.2010 Das war die #rp10

heise.de, 19.04.2010 re:publica: Die Karawane lacht, die Hunde bellen weiter

Tim Krischak, 22.04.2010 re:publica 2010 – Studienreise und Klassenfahrt re:loaded

wasmitmedien, mp3 Folge 209 zu re:publica

Weitere Papiermedien berichteten folgendermaßen:

STERN, 15.04.2010 Kirchentag für die Klassengemeinde

SPIEGEL, 15.04.2010 Die Netzgemeinde zersplittert

ZEIT, 15.04.2010 Macht euch nackig! (über Jeff Jarvis’ Vortrag)

Taz, 16.04.2010 Bloggertreffen re:publica – Nicht nur für Nerds

3SAT.online, 16.o4.2010 Die digitale Gesellschaft

diestandard.at, 18.04.2010 “Lauter Perverse und keine Frauen im Netz”

FAZ, 19.04.2010 Wer ist hier aus der Zeit gefallen?

Bewegtbild

sehr zu empfehlen sind die dctp.tv Interviews zur re:publica

WanderCamp 2010

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Vom Grund bis zu den Gipfeln,

So weit man sehen kann,

Jetzt blüht’s in allen Wipfeln,

Nun geht das Wandern an:

Joseph von Eichendorff

Die Liebe zur Natur haben uns die Romantiker gelehrt und überraschenderweise ist das Wandern in den letzten zwei Jahren zu einer meiner größten Leidenschaften geworden. Wandern kann süchtig machen, mich macht es das jedenfalls. Wandern ist Ausgleich für alles. In der Bewegung liegt die Kraft und umso höher, desto anstrengender und desto mehr verfliegt was zuvor noch Breakdance im Kopf war. Heute, endlich und passend zum Startschuss des WanderCamps war ich wieder auf dem Zwölferhorn in St. Gilgen. Nun geht das Wandern an.

Wie passt nun das Wandern und BarCampen zusammen bzw. was veranlasst uns (die Initiatoren Oliver Berger, Mike Schnoor, das Team vom 13. Stock, und mich) ein WanderCamp zu organisieren? Es ist die Idee, Webenthusiasten und Webaficionadas einzuladen, gemeinsam Themen zu diskutieren und gleichzeitig von der Natur und der Bewegung zu antizipieren, einen Ausgleich zwischen Input und persönlicher Rast zu schaffen. Denkbar wären auch Sessions im Freihen oder beim Lagerfeuer abzuhalten. Das WanderCamp knüpft auch an die Gedanken der noch jungen Slow Media Bewegung an. Das WanderCamp ist als die Möglichkeit gedacht, Themen auf andere Art zu diskutieren, neu zu denken, für die man sonst keine Zeit findet. Unter dem Motto “Entschleunigung 2.0 – Social Media war noch nie so offline” möchten wir alle wander- und naturbegeisterten Social Medianer und Webinteressierten dazu einladen, am WanderCamp 2010, welches voraussichtlich Mitte/Ende Mai bzw. Anfang Juni in den Bergen von Deutschland (Eifel, Bergisches Land, Harz, Thüringer Wald, Elbsandsteingebirge) stattfinden wird, teilzunehmen.

Kein Medienzölibat

Ein BarCamp ohne Internet ist dann doch kein Barcamp. Jeder darf und soll auf dem WanderCamp Internet nutzen können, ggf. werden wir mit Geocaching und GPS arbeiten. Wir setzen ganz im Sinne von Social Media auf die Kollaboration und Interaktion mit allen potentiellen Teilnehmern. Wir laden Euch ein, gemeinsam am WanderCamp 2010 zu arbeiten und eure Ideen einzureichen. Dazu haben wir eine Facebook-Fanpage als auch Twitter @WanderCamp eingerichtet.Wir sind dankbar für Tipps was Wanderrouten, Strecken und deren Schwierigkeitsgrade usw. betrifft.

Sponsororen

Das WanderCamp 2010 wird ohne finanzielle Unterstützung nicht umsetzbar sein, denn es fallen Kosten für die Unterkunft in Hostels/Hotels/Hütten, Catering, Ausrüstung und so weiter an. Für das WanderCamp 2010 suchen wir ab sofort Sponsoren, die uns und die Teilnehmer bei diesem Event unterstützen wollen. Interessierte Sponsoren sollen sich bitte an die Organisatoren wenden.

Kurz:

Worum geht es?
Wir planen ein Wochenende im Sinne der Netzkultur – aber nicht (unbedingt) mit dem Laptop oder MacBook im Gepäck. Wir gehen an die frische Luft mit Wanderstiefeln, wetterfester Kleidung, Rucksack und einem knallharten Wissensaustausch von morgens bis abends über das Wandern, Berge, Seen, Pflanzen, Tiere und das Überleben in der Wildnis.

Wer macht mit?
Jeder, der Lust auf Wandern hat und sich dabei für zwei Tage anderen Themen und Fragen widmen möchte, die er sonst im Alltag ausblenden muss.

Wo finde ich weitere Infos?
Bleibt immer auf dem Laufenden mit aktuellen Neuigkeiten bei Twitter: twitter.com/WanderCamp

Wie mache ich mit?
Gestaltet das WanderCamp über Facebook selbst mit.

Wie lauten die Hashtags?
#WanderCamp oder #WC2010

Wo finde ich das WanderCamp-Logo zum Download?
Das Logo basiert auf dem BarCamp-Logo von SpreadBarCamp und ist unter CC-Lizenz, NC SA 3.0 verwendbar.
Hier gibt es das WanderCamp-Logo als PSD, AI und EPS. Als JPG ist das Logo bei flickr zu finden.

Wer organisiert alles?
Das WanderCamp ist ein gemeinsames Projekt von: Oliver Berger (@OliverBerger), Mike Schnoor (@sichelputzer), Anne Grabs (@annellchen) und dem Team vom 13. Stock (@13stock).

Written by Anne Grabs

April 5th, 2010 at 12:21

Rückkehr und Studentenproteste

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Seit gut einer Woche bin ich nun wieder zurück aus Nepal und seit gut einer Woche besetzen Salzburger Studierende die GesWi. Das Thema wollte zunächst nicht so an mich ran, war ich doch mit dem Eingewöhnen in meiner gewohnten Umgebung beschäftigt. Vom Chaos ins erneute Chaos. Aber mittlerweile bin ich wieder ganz da und versuche zu begreifen, worum es bei diesen Protesten geht. Der Erfolg ist nicht zuletzt auf die enorme Schnelligkeit der Netzwerke im Internet zurückzuführen. Die Anliegen seien unklar, heißt es in den Medien. Ja, wahrscheinlich sind sie das auch, wenn man nicht mit den Betroffenen redet, sondern allein dem Journalismus Glauben schenkt. Ich weiß nicht, was sich letztlich jeder Einzelne denkt. Ich denke zumindest, dass es ein Recht sein muss, in Frage zu stellen, wie seit Bologna & Co die (Aus-)Bildung auf universitärem Niveau stattfindet und was Bildung an Universitäten eigentlich heißen sollte. Wie haben die Menschen noch vor 20 Jahren studiert und mit welcher Eile und Geschwindigkeit werden Studierende heute durch ihr 3jähriges Bakk geschleust? Der Diskurs bleibt auf der Strecke, der Schein ist das Ziel. Das zu beurteilen, vermag nur jemand, der sich in die Gänge und Hörsäale der Unis begibt. Mit Zugangsbeschränkungen würde nun noch mehr Druck ausgeübt werden. Bildung als glückliche Fügung, als Zufall dessen, wie fit mein Gehirn am Tag der Aufnahmeprüfung war, wo ich gezeigt habe, wieviel Faktenwissen ich in 45min. wieder ausspucken kann? Das sind dann die Akademiker von morgen, die kritischen Denker? Lebenslanges Lernen, selbstorganisiertes Lernen, Reflektieren lernen, all das, was ich in meinem Studium lernen durfte und was sich Bildungsinstitutionen gerne auf ihre Fahnen schreiben, kann nur auf dem Fundament eines freien Bildungszugangs fruchten. Es geht letztlich darum, die Möglichkeit zu haben, zu studieren. Und damit ist nicht die Möglichkeit gemeint, die an hunderte von Auflagen gekoppelt ist, diese wäre letztlich perspektivlos. Was ich in Nepal gelernt habe, ist vor allem Geduld. Bei diesem Streik brauchen die Studierenden einen langen Atem. “Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du….” sagte einst Mahatma Gandhi. Ich wünsche allen Streikenden und Nicht-Streikenden viel Spaß beim Nachdenken.

Written by Anne Grabs

November 5th, 2009 at 12:39

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Auf der Suche nach dem Glück – Nepal

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So, heute ist es also soweit, ich fliege nach Nepal. Im Moment bin ich eher auf der Suche nach Ruhe, denn die letzten Wochen war ich ziemlich im Stress. Nun hat auch noch die Uni angefangen und mich ziemlich hin- und hergebeutelt. Jetzt – nach 3 Tagen Bad Nauheim, wo ich meine Erkältung auskurieren konnte – kann ich heute etwas entspannter meiner Reise entgegenblicken. Kathmandu ist unser erster Stopp. Ich bin gespannt, wie ich auf diese Stadt reagieren werde, von Lärm und Gestank zwischen vielen, vielen wunderschönen Tempeln ist da die Rede. Immerhin erwarten mich 28 warme, sonnige Grad. Adé Wintereinbruch, Sonne ich komme! Umso mehr freue ich mich auf Pokhara und meinen Trek über 5 Tage auf den Poon Hill. Dort werde ich auf der Suche nach Entspannung sicher viel Ruhe haben und vielleicht auch ein bisschen Glück empfinden.

Bild 2

Written by Anne Grabs

Oktober 13th, 2009 at 2:57

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Barcelona meine Perle

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Barcelona Freddy Mercury & Montserrat Caballe

Das Lied Barcelona von Freddy Mercury gemeinsam mit der spanischen Opernsängerin Monserrat Caballé ist wieder online. Es war einige Zeit aus Youtube verschwunden, jetzt ist es wieder da. Direkt an der Plaça d’ Espanya, wo im Sommer Freitags und Samstags “la fuente mágica” stattfindet, performen sie diesen Song. Gänsehautfeeling.

Written by Anne Grabs

August 6th, 2009 at 7:50

Aufstieg zur Mengenitzsee Hütte

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An meinem diesjährigen Geburtstag ging es zur Mengenitzsee Hütte in Ostkärnten. Die Hütte liegt auf 2500 Metern umgeben von einem Bergsee und wunderschön! Die Berge gehören zur Schobergruppe und wenn man es bis auf den Berg Petzeck auf ca. 3283 Höhenmetern schafft, kann man sogar den Großglockner sehen.

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Der Aufstieg dauert ca. 3,5h, wenn man von der Mengenitz Alm startet. Dazu fährt man nach Mörtschach in Kärnten und biegt von Spittal kommend links auf die Holzbrücke ab und folgt dem Holzschild “Mengenitzen”. Die Mengenitz Alm steht nicht dran und deshalb haben wir es nicht auf Anhieb gefunden.

Der Aufstieg ist am Anfang recht einfach, man geht lange nur leicht bergauf. Ab dem ersten Drittel wird es dann schon steiler und zum Schluss geht es noch mal stark bergauf. Zwischendurch gibt es keine “Jausenstation”. Die “Ladinig Alm” ist privat. Am besten man nimmt sich also etwas für unterwegs mit. Die Mengenitzseehütte bietet allerdings tolles Essen, z.B. “Kaspressknödelsuppe” für 3,50 EUR.
Wir haben auf unserem Weg Pferde streicheln können und sind gleichzeitig zwei Kreuzottern begegnet, die zu den giftigen Schlangen Österreichs gehören. Der Schock war groß, allerdings auch für die Schlange die sich direkt verkroch.

Die Mengenitzseehütte bietet nicht nur einen tollen Blick auf den Bergsee, sondern auch Schlafmöglichkeiten. Von da aus kann man zu den Gipfeln wandern wie der “Perschitzkopf” oder der “Petzeck”.

Vielen Dank noch mal an Carlos meinen Liebsten. Es war ein wundervoller Tag mit dir, auch wenn wir im Video etwas kaputt ausschauen :)

Written by Anne Grabs

August 3rd, 2009 at 8:28

work-life-balance und down-shifting

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Die Begriffe sind zwar etwas denglisch, aber mit work-life-balance und down-shifting werden neue Konzepte Lebensgestaltung beschrieben, die für mehr Qualität und Gesundheit sorgen sollen. Auch wenn ich keine genauen Statistiken kenne, Burnout entwickelt sich zur neuen Volkskranheit, weshalb ich auch die “Initiative für (mehr) Solidarität mit Burnoutbetroffenen” der burnout.net unterstütze. Unter alistapart.com habe ich einen ganz interessanten, aktuellen Artikel gefunden. Wendy Wickham schreibt in Ihrem Blog am 5. Mai von ihrem Social Media Burnout und verabschiedet sich vorerst vom Socializing (am 6. Mai findet sich jedoch schon ein neuer Blogpost).
Warum Burnout keine reine Manager- oder Lehrerkrankheit mehr ist, darüber kann jeder mal selbst nachdenken. Ich habe da meine eigenen Auffassungen darüber. Es ist sicher ein Mix aus zu wenig persönlichem, ehrlichen Austausch und Achtsamkeit untereinander und gleichzeitig dem Dasein in einer schnellen, globalisierten Welt. Auch wenn das Social Web den “Weg des Miteinanders” geht, wie die Beispiele betterplace.org, utopia.de, webenin oder SocialBlogger.de u.v.m zeigen, sind wir doch alle allein, oder nicht?

work-life-balancing bedeutet die Vereinbarkeit von Familie, Beruf (und Freizeit). Damit einher gehen laut Studien der OECD die Familienfreundlichkeit der Unternehmen, das Rollenverständnis von Frauen und Männern, Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und und und. Man könnte meinen, dass das heute sehr viel einfacher, vor allem in der Dienstleistungsbranche (Internet) sein müsste, doch oftmals machen es auch bürokratische Hindernisse schwer dies zu vereinen.

down-shifting ist ein recht junger Begriff und beschreibt die Abkehr vom Materialismus hin zum Einfachen Leben. Die Kritik an der Reizüberflutung und Schnelllebigkeit stehen dabei im Mittelpunkt. Down-shifting gilt auch als Chance in der Krise, da man weniger Zeit für die Arbeit verwenden und sich somit seinen Interessen  oder stärker seiner Familie widmen kann.

Auch wenn ich oft meine Schwierigkeiten mit Salzburg und Österreich habe (Konservativität und Trachtenmode : ) sind die Natur und die Berge eine wirkliche Bereicherung für mich und mein Leben. Ich kann wirklich sagen, dass sich meine Lebensqualiät durch die Natur verbessert hat. Erst am Sonntag war ich in Südtirol auf 2700 Metern (Kempspitz), dank Sonja, die uns ihre Heimat gezeigt hat. So weit oben wird alles relativ. Du brauchst kein Geld, weil du keins ausgeben könntest. Du schaust in die weite Bergwelt und stellst fest, dass deine Probleme doch kleiner sind als du dachtest.
Nur eines stört mich am Berggehen in Österreich. Österreicher bringen es wirklich fertig “Bergheil” am Gipfel zu sagen. Sorry Leute, aber das geht gar nicht. “Bergfrei” heißt die deutsche Alternative.

Reise nach Nepal

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Am 13. Oktober – in genau 5 Monaten ist es soweit. Dann reise ich nach Nepal, für 3,5 Wochen. Wahnsinn! Gemeinsam mit meinem Vater werden wir zu den heiligen Seen von Gosainkund reisen.

Zu den heiligen Seen von Gosainkund

Zu den heiligen Seen von Gosainkund

Den ersten Teil der Tour habe ich bei GPsies eingebaut, ganz genau war ich dabei aber nicht.

zu den heiligen Seen von Gosainkund - Nepal - 1. Teil

zu den heiligen Seen von Gosainkund - Nepal - 1. Teil

Die Trekkingtour dauert insgesamt 14 Tage. Nach der Tour werden wir nach Pokhara reisen. Dort in der Nähe befindet sich die Schule “Kristi”, in der mein Vater ein Patenkind hat. Sie wurde von den Ärzten ohne Grenzen erbaut. Der zweite Teil unserer Reise wird also der Besuch dieser Schule sein. Wir wissen noch nicht wie lange wir dort bleiben. Wir haben ein wenig Geld für die Schule, was wir sinnvoll verteilen oder einsetzen wollen. Für mich ist dieser Teil der Reise sehr wichtig, da ich mich 2007 in Ghana bereits engagiert und in einem Krankenhaus in Koforidua gearbeitet habe. Die Organisation, die mich damals unterstützt hat, heißt InterAct. Allerdings habe ich das nahezu alles alleine gestemmt und freue mich, dass ich es dieses Mal mit einem Menschen, der mir Nahe steht, teilen kann.

Die Trekkingtour wird einiges von mir abverlangen. Zumindest steht im Reiseführer, dass man über eine gute Kondition und Trittsicherheit verfügen sollte. Die nächsten Wochen heißt es also trainieren, trainieren in den Bergen von Österreich.

berlin…, du bist so wunderbar

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Ich bin angekommen. In Berlin. Endlich. Ich bin ja kein ausgesprochener Bahnliebhaber und -fahrer. Ich lese ungern im Zug, in den meisten Fällen wird mir dann schlecht. Die Wlan-Preise sind nach wie vor schockierend: 60 Minuten für 8,00 Euro, ach ja ich hab’s ja!
Aber insgesamt war die Fahrt Salzburg – Berlin in 8 Stunden in Ordnung, mit Sonnenuntergang am Schluss.

irgendwo zwischen salzburg und berlin

Ohne Internet erst einmal ein wenig langweilig, dafür hüpften die Gedanken nur so von links nach rechts, oben und unten, hab „die Seele baumeln lassen“. Das geht wirklich nirgendwo anders so gut wie beim Bahnfahren. So einen *Gedanken-Flow-Tag* müsste es mindestens einmal die Woche geben – gut fürs Charma. Dann fallen einem nämlich wieder wichtige Sachen ein und unwichtige Dinge fallen ebenso auf.

Weiterhin habe ich mich über den G20 Gipfel aufgeklärt, empfehle hierfür aber freitag.de, Bekannte die live aus London berichten für weitere Infos.

re:publica
Ach ja und was mache ich eigentlich in Berlin? Natürlich Re:publica 09 – shift happens!
Ganz nach alter Schule hab ich mir das Programm ausgedruckt und die wichtigsten Thema markiert. Irgendwie für mich einfacher als das Ganze Programm zu exportieren und dann wieder in Online-Kalender einzuspeisen. So, also morgen geht es los mit „Netiquette for Social Networks“ um 10:30, dann weiter 12:00 Konferenzgipfel „digitale Gesellschaft“. Was ich mir noch so anschaue: zum Thema Offenheit, Transparenz um 15:30 „Open Everything“ openess – new skill for the 21st century?; Pflicht Lawrence Lessing um 18:00 Society 2.0; in Richtung Pädagogik gibt’s um 19:00 Jugendbildung und um 21:00 noch eine Twitterlesung. Da bleibt mir nur noch zu sagen: i gfrei mi!

Das Lied zur Fahrt ist auch gekürt: „16th Stage“ von Osborne

Written by Anne Grabs

April 1st, 2009 at 11:13

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