Anne Grabs // Social Media & Bildung

Freiraum für eigene Gedanken

Archive for the ‘web 2.0’ Category

re:publica 2010: Klassenfahrt mit Höhen und Tiefen

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Eigentlich wollte ich diesen Post schon nach dem ersten Tag der re:publica veröffentlichen, habe es nicht geschafft. Es ist aber auch nicht sehr viel Wichtiges dazugekommen, was daran lag, dass ich am 2. und 3. Tag einfach nicht mehr so viel gesehen habe. Das ist Berlin, den Menschen, scharchenden Hostelmates und meinem Pausenbedürfnis zu schulden. Ich nenne es eine Klassenfahrt mit Höhen und Tiefen. Höhen, weil erstklassige Vorträge, gute Stimmung, nette Leute, Tiefen, weil zweitklassige Vorträge, überfüllte Kalkscheune, Wlan-Probleme und manchmal auch komische Leute. So ist eben eine Klassenfahrt.

Peter Glasers Keynote setzte mit seiner kritischen Analyse der digitalen Faszination meiner Ansicht nach einen Schwerpunkt für die re:publica 2010 und fordert eine Brückentechnologie, welche “nicht nur die Early Adopters und die technologisch Versierten ansprechen, sondern auch den Rest der Menschheit. Wobei dieser Rest nicht wirklich ein Rest ist. Es sind etwa 90 Prozent der Bewohner dieses Planeten.” Ein Appell an die Netzaktivisten, der sicherlich bis zur nächsten rp11 diskutiert werden wird.

Jeff Jarvis postuliert mit seinem “privacy, publicness and penises-These”  den Kontrollwahn der Deutschen, was für ihn völlig unverständlich ist, wo sich doch nahezu jeder in der Sauna komplett nackt macht. So einfach ist das ja aber nicht. “get nacked in web” bedeutet auch, angreifbar zu sein und FKK schlicht und einfach nur zu schwitzen und übers Wetter zu reden. Im Endeffekt ist die privacy-Diskussion immer eine Grundsatzfrage über das Recht des einzelnen, SEINE Daten selbst zu verwalten und es wäre töricht, darüber nicht zu sprechen, das nennen wir Netzneutralität. Sein Einstehen für die “publicness”, begründet durch das Aufzeigen möglicher Konsequenzen bei der „the audience formerly known as the audience becomes audience again“, halte ich dennoch für ein richtiges Argument. Er hat Recht, wenn er sagt, das Internet sei unser Raum, unsere Öffentlichkeit, die wir für uns nutzen und selbst gestalten sollen. Für Jarvis hat eben alles im Internet einen Wert, wenn es für jemanden anderen relevant ist, wie er mit seinem selbstoffenbarendem Blogpost über Prostatakrebs (322 Kommentare) argumentiert. Ein wenig hinkt das Beispiel, denn er hat seinen Blog auch nicht mit solch einem Post gestartet. Er erzeugt eben auch Resonanz, weil er – Jeff Jarvis – es schreibt. Und natürlich wird er dann sofort als Vorbild verstanden, es offenbaren sich glatt weitere Männer, die Prostatakrebs haben oder hatten, berichten von ihren Erfahrungen usw.. Es menschelte also auf der buzzmashine und eigentlich wäre das der Moment gewesen, wo Jarvis hätte zugeben können, dass er an dieser Stelle als Aufklärer fungiert hat und die Leute im Saal ansprechen, die sich ihrem Potenzial/ihrer Verantwortung bewusst sein sollten, macht er aber nicht.

Stichwort Resonanz: Und dann kam Kruse (Mitschnitt Vortrag). So wie er Aufschaukelungs- und Abschaukelungsprozesse im social web beschreibt, ging ein ebenso großes Rauschen durchs Publikum. Wütend und verärgert sei er, wenn er mitbekommt, wie sich Experten über die Thematik Internet unterhalten (was er ja neulich auch gemacht hat, aber wurscht). Diese Energie hat er zum Anlass gemacht, eine neue Studie vorzustellen und kommt nach den digital inhabitants und digital immigrants nun zu den “digital visitors” und “digital residents”, die sich in ihren Wertemustern komplementär zu einander verhalten. Seinem Fazit “Wenn Sie sich über Netze unterhalten, dann unterhalten Sie sich mit Netzen” widerspricht er in seinem Schlussatz “Überzeugungsarbeit ist nicht notwendig”, da die Lawine ja bereits zu Tal donnert, ein wenig. Wenn nicht die Experten miteinander diskutieren sollen (absolut korrekt), dann müssen es die user – egal ob visitor oder resident – tun, auch um die Brücken zu schaffen, die Glaser gefordert hat. Wenn auf die Frage, ob die Nutzung des Internet eine Glaubensfrage sei, geantwortet wird: “Das Internet zu nutzen oder nicht zu nutzen ist keine Glaubensfrage, sondern eine Frage sinnvoller Zukunftsorientierung und praktischer Vernunft”, dann muss zwangsläufig über den Sinn diskutiert werden. Ich glaube daran, dass diese divergierenden Gruppen, sich in ihren Wertevorstellungen und Vermutungen gegenseitig bereichern können, auch wenn es wahnsinnig anstrengend ist. Vielleicht sollte es keine Überzeugungsarbeit sein, aber wenigstens ein Austausch.

Und zum Abschluss hat Sascha Lobo seine shitstorm-Theorie zum Besten gegeben. Selbstironisch präsentiert er seine eigenen erlebten shitstorms, d.h. Beleidigungen, Beschimpfungen und “Anfeindungen” (er würde das niemals so nennen) und gibt zu, dass es ihm in der Vergangenheit selbst schwer gefallen ist, sich an seine eigens vorschlagene Souveränitätsregel zum Überleben eines shitstorms zu halten. Dass shitstorms immer auch eine berechtigte Kritik enthalten, meint Lobo. Dennoch halte ich nichts davon, wenn sich die Twitteria – ach nein Trolle sind das ja – gegenseitig wie 14jährige bekoffern. Wenn das Internet kein Medium ist, sondern als Kulturraum verstanden werden soll, dann gelten da auch die Regeln des menschlichen Miteinanders. Realisitischerweise wird es nur ein paar wenige Menschen geben, die so wie Sascha Lobo reagieren und das auch nur, wenn sie einen gewissen Abstand zu ihrer Rolle in Twitter gewinnen. An dieser Stelle können wir uns jegliche Authentizität sparen. Unternehmern den Rat zu geben, einerseits echt zu sein, anderseits so zu tun, als sei ihnen die Kritik “scheißegal”, ist eine Anleitung zur Schizophrenie. Letztlich wird sich der Großteil reaktiv verhalten, wenn sie mit Argumenten wie “heul doch” konfrontiert werden und nein, man wird nicht abstrahieren können, dass sich daraus die eigentliche Antikritik entwickeln könnte. Wer gegen shitstorms gewappnet sein will, sollte Twitter als Rollenspiel verstehen, als Rollenspiel für den Umgang mit Killerphrasen.

Am letzten Tag ist mir nur noch Felix Schwenzels Vortrag “Warum das Internet scheiße ist” im Kopf hängengeblieben. Die schlichte Forderung darüber nachzudenken, ob wir nicht alle zu neoliberal in Sachen Netz denken und es sinnvoll wäre, über eine staatliche Regulierung zu diskutieren, folgt nach einer Karikatur beispielhaften, nervigen Internetverhaltens. Problem #1 “Leute die nerven, nerven.” Und dann nerven da noch Talkshows übers Internet, Blogger, Twitterer die #fail benutzen; Leute, die in unser Internet schreiben; Leute die “der Blog” sagen und die, die sagen, dass “der Blog” falsch ist, nerven genauso usw. Die modifizierten Twitterportraits fand ich wunderschön.
Ach ja, für die visitors wäre dann der Beitrag von der FAZ zu empfehlen und für die residents eignet sich Herrn Knüwers Nachlese – und umgekehrt

Weitere BloggerInnen berichteten folgendermaßen:

Mike Schnoor, 15.04.2010 re:publica 2010 – Medienmomente und Kongresskultur

@stijlroyal, @kcpr 16.04.2010 Warum Blog nicht das Medium der Zukunft sein können. Die re:publica 2010.

Patrick Breitenbach, sehr gute Replik zu Kruse: Das Internet und der Kampf der kulturellen Wertewelten

@raventhird, 18.04.2010 re:publica 2010: „Kreisbewegungen, oder?“

Mathias Richel, 18.04.2010 Ein bisschen meiner re:publica zum nachlesen und schauen. (Ohne Bier, feiern, lachen und euch.)

Hannes Mehring. 19.04.2010 ein überfülltes, erwachsen gewordenes Klassentreffen

evangelisch.de, 19.04.2010 Blogger erfolgreich in die Gesellschaft integriert

Carolin Neumann, 19.04.2010 Das war die #rp10

heise.de, 19.04.2010 re:publica: Die Karawane lacht, die Hunde bellen weiter

Tim Krischak, 22.04.2010 re:publica 2010 – Studienreise und Klassenfahrt re:loaded

wasmitmedien, mp3 Folge 209 zu re:publica

Weitere Papiermedien berichteten folgendermaßen:

STERN, 15.04.2010 Kirchentag für die Klassengemeinde

SPIEGEL, 15.04.2010 Die Netzgemeinde zersplittert

ZEIT, 15.04.2010 Macht euch nackig! (über Jeff Jarvis’ Vortrag)

Taz, 16.04.2010 Bloggertreffen re:publica – Nicht nur für Nerds

3SAT.online, 16.o4.2010 Die digitale Gesellschaft

diestandard.at, 18.04.2010 “Lauter Perverse und keine Frauen im Netz”

FAZ, 19.04.2010 Wer ist hier aus der Zeit gefallen?

Bewegtbild

sehr zu empfehlen sind die dctp.tv Interviews zur re:publica

social camp in salzburg #scs10

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Kommenden Samstag, am 6. März um 10 Uhr findet das social camp in Salzburg in der Arge (Studio) statt. Warum Social Camp? Nein es ist kein Camp über Social Networks, kein Camp zu Social Media, sondern ein Camp, dass sich kritisch mit Social Networking beschäftigt. Diskussionen über die beliebtesten Tools, Zielgruppenansprache in Facebook, Behavioral Targeting, gibt es zu Genüge. Jemand der nicht als Social Media Berater oder ähnliches arbeitet, dennoch aber aktiver Social Media User ist, spürt, dass das Social Networking heute weitreichender als ein “Add on” zum Freunde pflegen ist. Ich habe das ganze in unserer Pressemitteilung so formuliert:

Das Netz als Massenware

Sozial Networking Plattformen wie Facebook erhalten heute fast uneingeschränkt unser aller Aufmerksamkeit. Keine Nerds oder Freaks trifft man mehr dort, sondern Freunde, Bekannte und Familie bis hin zu Managern, Arbeitgebern und Businesskontakten. Anscheinend werden alle sozialen Bedürfnisse über die Social Networks abgedeckt oder wie ließen sich die hohen Besucherzahlen, Verweildauern und Benutzerzuwächse sonst erklären? Können wir nicht mehr ohne Internet oder wollen wir nicht ohne können? Anfangs belächelt, entpuppt sich das Internet als Sog für jedermann und globales Massenkommunikationsmittel, die erste Massenware, die abhängig macht.

Wo bleibt die Netzkritik? Auf der Strecke.

Ein kritischer Blick auf die Entwicklungen des Social Web ist selten
und verlieren sich in technischen Spielereien. Was aber „machen“ die Sozialen Netzwerke täglich mit uns? Was würden wir tun, wenn es keine Social Networking Plattformen gäbe? Und was haben wir vr ihnen gemacht? Wie gehen die neuen Generationen damit um? Machen wir die gleiche Entwicklung durch, wie bei der Einführung des Telefons oder verhält es sich beim Netzwerken anders? Wo die einen glauben, sie hätten alles unter Kontrolle, schreiben andere, sie würden irgendwann die Kontrolle verlieren. Beim Social Camp wollen wir genau diese Themen diskutieren und laden alle Netzfreunde, Netzkritiker, Netzfanatiker, Nerds, Freaks, Geeks und alle, die es sonst interessiert am Samstag, den 6. März in die Arge ein.

Kostenlose Anmeldung unter:

Written by Anne Grabs

März 4th, 2010 at 2:09

Bildungsexpedition

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Ich bin heute total auf den Videos der Bildungsexpedition hängen geblieben und finde es total spannend, was da passiert.

Hier meine Resümees zu den Interviews der Bildungsexpedition

in Tübingen:
Vor allem Bildung hat den Second Life Hype überlebt, ebenso die Kunst. Leider hat Second Life ein schlechtes Image. Ich bin aber überzeugt, das gerade in den erlebbaren Welten höhere Lernziele (Anwenden, Analyse, Synthese) erreicht werden können, da der Lernende auf mehreren Ebenen angesprochen wird. Second Life wird nicht genutzt, um Wissen zu vermitteln. Was nützt es den Frontalunterricht in einen virtuellen Raum zu übertragen? Es geht darum, die Möglichkeiten zur Veranschaulichung zu nutzen. Allerdings hat Second Life einige technische Hürden, wie auch Johannes Moskaliuk betonte und wofür einige Lehrveranstaltungen zu Beginn genutzt werden müssen.

in München:
Thomas Sporer von der Universität Augsburg hat für mich die Sache auf den Punkt gebracht. Auch aus meiner Erfahrung heraus ist es so, dass sich die Studierenden schwer damit tun die neuen Werkzeuge einzusetzen, wenn doch “die alte Methode auch ging”. Es ist keine Weltverbesserung, sondern es ist Pionierarbeit. Studenten für etwas begeistern, was sie erst einmal “überfordert”, ist keine leichte Sache, auch wenn man selbst dahinter steht.
An das was Jean-Pol Martin bezüglich der Wissensparadigmen sagt, kann ich mich nicht anschließen. Denn es würde bedeuten, dass wir uns von einem Extrem ins andere bewegen. Ich denke aber sehr wohl, dass es einen Grundstock an frei verfügbarem Wissen geben wird. Und dann werden sich die Menschen in bestimmte Themen vertiefen, sei es in der Schule, in der Arbeit oder beim Studium – life long learning. Ich wäre doch überfordert, wenn ich mich in der Physik genauso gut auskennen müsste, wie ein Experte. Ich finde eher den Wandel spannend und die Frage ist, was wir – auch im pädagogischen Sinne – mit dem frei verfügbaren Wissensinhalten machen, wie wir sie strukturieren und kategorisieren und dann den Lernenden zur Verfügung stellen.

Ich bin auf weitere Videos gespannt!

Written by Anne Grabs

September 2nd, 2009 at 12:46

Nachlese Bildungskongress METRO AG #1

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PeterKruse Bildungskongress 09

Noch keine 24 Stunden sind vergangen nach dem Bildungskongress der METRO AG in Düsseldorf. Ich sitze im Büro von AVISEO und komme noch nicht so recht zum reflektieren, denn die Kunden müssen ja auch betreut werden. Eine Idee wie meine Nachlese aussehen soll, habe ich allerdings schon. Es soll ein Video werden. Melanie und ich haben ja fleißig interviewt auf dem Kongress. Daraus und aus vielen anderen Puzzleteilen werde ich ein Video basteln. Updates folgen.

Written by Anne Grabs

August 27th, 2009 at 9:48

Bildungskongress der Metro AG

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Kommenden Mittwoch, am 26.08.2009 findet der Bildungskongress der Metro AG in Düsseldorf statt. Gemeinsam mit Basti Hirsch (@cervus), Melanie Unbekannt (@Literatenmelu), Melanie Gottschalk (@melgottschalk) und Hannes Klöpper (@hkloepper) werden wir an der Podiumsdiskussion mit dem Titel “Kollektive Intelligenz – was wir von der Kapuzenshirt-Generation lernen können” teilnehmen. “Headliner” ist Prof. Dr. Kruse (@peter_kruse), der seine aktuelle Studie über die Wertemuster von Digital Natives vorstellen wird. Wir sind zum einen ausgewählt worden, da wir uns als Natives definieren, aber was noch viel entscheidender ist: Wir beschäftigen und Bildung im Kontext Web 2.0.

  • Basti Hirsch: Open Education Bewegung // Hacking Education Projekt
  • Melanie Unbekannt: Bildungsbloggerin // angehende Lehrerin Literatur & Geschichte // Pädagogik & Schule 2.0
  • Melanie Gottschalk: kollektive Wissenskonstruktion // Maschendraht-Community Gründerin // Blog
  • Hannes Klöpper: Leadership als Voraussetzung für erfolgreiche Nutzung von Technologie
  • und ich? Was sich in der Gesellschaft verändert, darf nicht an Schule vorbeigehen! // Studium Pädagogik

Passend dazu habe ich eben ein tolles Zitat über Bildung aus dem Jahr 1973 Werner Heisenberg von entdeckt:

“Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat.”

Und genau das ist es, was wir nicht möchten!

Unsere Überzeugungen:

1. Durch den Einsatz von Web 2.0 Technologien können viele Lernprozesse auch in der Schule vereinfacht werden (z.B. Wissensarchivierung // Wikis).
2. Für die heranwachsene Generation sind diese Technologien selbstverständlich. Sie werden damit groß. Wer davor die Augen verschließt, betrügt die heutige Jugend und kann sie letztlich auch nicht mehr zeitgemäß auf kommende Berufe und gefragte Kompetenzen vorbereiten. Nicht vergessen: Wir leben im Technologie-Zeitalter.
3. Inhalte sind sehr wichtig. Aber brauchen wir einen Bildungskanon? Wir sind einer Fülle von Wissen, welches uns kontextfrei täglich begegnet, ausgesetzt. Dieses Wissen gilt es zu strukturieren und zu klassifizieren.
4. Kooperatives Lernen und Selbststudium. Gemeinsam zu kollektiver Intelligenz – natürlich. Aber auch Phasen des Selbststudiums, der Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Themen sind uns wichtig.
5. Was macht das Internet so interessant? Das Spiel natürlich: Dinge ausprobieren, wieder verwerfen, neu anfangen. Das Internet bietet Möglichkeiten für spielerisches Lernen.

Und warum man dann schnell mal bei Open Education und Schule 2.0 ist, möchte ich an dieser Stelle mit den Worten von Gabi Reinmann erläutern. Gabi Reinmann (26. Mai 2009) Vortrag auf der Veranstaltung DIGITAL learning (München – BLM) Quelle: PDF, Seite 1-2

Szenario I: Wir schaffen die Schule ab und schicken die Schüler zum Lernen ins Web  2.0. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer radikalen Änderung der „Idee Schule“,  wie wir sie bisher kennen, die zur Abschaffung führt. Wie kommt man auf so etwas?  Man kommt sehr leicht darauf, wenn man sich die Attribute ansieht, die vor allem mit  Blick auf das allseits gepriesene Web 2.0 den heute verfügbaren digitalen Medien zu-  geschrieben wird. Digitale Medien werden charakterisiert als: multimedial, interaktiv,  vernetzt, mobil und partizipativ. Schule verbinden wir dagegen mit den Merkmalen:  verbal, frontal, individuell, stationär und hierarchisch. Gibt es größere Gegensätze?  Digitale Medien sind in dieser Lesart genau so, wie Schule nicht ist, oder umgekehrt  formuliert: Schule ist so, wie digitale Medien nicht sind. Das passt offensichtlich nicht  zusammen. Wer also digitale Medien zum Lernen propagiert, muss die Schule, wie sie  heute ist, abschaffen.

Szenario II: Wir stellen ein Smart Board ins Klassenzimmer und teilen Lernsoftware  aus. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer kompletten Beibehaltung der „Idee  Schule“, wie wir sie bisher kennen. Wie kommt man auf so etwas? Auch darauf kann  man leicht kommen, wenn man sich die Potenziale der digitalen Medien selektiv durch  den Tunnelblick traditioneller Unterrichtsroutinen betrachtet. Da kommt man dann zu  Entdeckungen wie: Das Quietschen der Kreide ist passé, weil das Smart Board die Tafel ersetzt. Die Langeweile beim Üben vergeht, weil die Lernsoftware das Arbeitsheft  verdrängt. Die Effizienz für den Lehrer steigt, weil sich mit neuen Programmen Ar-  beits- und Schulaufgabenblätter viel schneller erstellen lassen. Gibt es eine bessere  Passung? Digitale Medien können natürlich genau so eingesetzt werden, wie Schule ist  und funktioniert. Sie können auf die für die Schule passenden Funktionalitäten eingeschränkt werden und Werkzeuge und Materialien ersetzen wie man die Feder und das  Tintenfass durch den Füller ersetzt hat. Wer also digitale Medien zum Lernen propagiert, kann die Schule auch lassen, wie sie ist.

Szenario III: Wir schaffen die Schule weder ab noch lassen wir sie, wie sie ist – wir  bauen sie um und geben den Beteiligten neue Rollen und Aufgaben. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer Veränderung der „Idee Schule“, wie wir sie bisher kennen, ohne dass wir auf sie verzichten, aber auch ohne dass wir sie unangetastet lassen. Ob das  Ergebnis etwas ist, was einer Abschaffung der „alten Schule“ gleichkommt oder dieser  noch recht nahe ist, ist dabei freilich offen. Aber darum geht es mir in einem ersten  Schritt auch gar nicht. Vielmehr muss man sich zunächst einmal klar machen, dass es  überhaupt nur diese drei Möglichkeiten gibt, wenn man digitale Medien in die Schule  bringen will: abschaffen, beibehalten oder ändern.

Mit ihrem Vortrag “Abschaffen – Beibehalten – Verändern: Wie man digitale Medien in die Schule bringt” beschreibt Gabi Reinmann, was auch Ziel des Bildungskongresses der Metro AG sein soll an dem ca. 400 Peronen aus dem Bildungsbereich teilnehmen werden. Wir möchten durch erfolgreiche Beispiele von Schule 2.0 zeigen, was Lehrerinnen und Lehrer ganz einfach umsetzen können und was es konkret bringt. Eine allzu polarisierende Diskussion in Richtung Abschaffung des Schulsystems liegt uns fern, auch wenn wir grundsätzlich existierende Strukturen von Schule teilweise ablehnen.

Der Bildungskongress wird live auf DNAdigital.de übertragen. Jeder kann am 26.08. um 15:30 Uhr am Livestream teilnehmen, Fragen stellen, Vorschläge machen und Beispiele bringen.

Eine Liste mit weiteren interessanten Bloggern aus der Szene habe ich auf Martin Lindners (@martinlindner) Blog wwweblern.de (”Arbeiten, leben und lernen im web”) gefunden.

Ein großes Lob auch an die Metro AG, dass sie sich diesem Thema annimmt. Danke auch an die Organisation von Frau Petri, Herrn Noppenberger. und Merci an Ulrike Reinhard (@ulrike_reinhard), dass sie den Austausch der Metro AG mit uns initiiert und möglich gemacht hat.

interstitial-left-right-uptake-head-banner?

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Auf der Suche nach Daniel Erk, der jetz als Urlaubsvertretung für Stefan Niggemeier auf dessen Blog bloggt und einen super Artikel über Demokratie im Netz “Von Sozialen Netzwerken & Sozialem Kapital” geschrieben hat, habe ich einen recht interessanten, enaktiven Banner entdeckt, der sich per mouth-over von links nach rechts aufzieht.Ich frag mich nur, wie der Banner wohl heißen mag. interstitial-left-right-uptake-head-banner? Früher habe ich dann immer im Media Showroom von Gruner+Jahr nachgesehen. Nach deren Definition wäre es ein Expandable Ad. Nun ja, klassische Online Werbeformen werden zunehmend vom Suchmaschinenmarketing und -optimierung verdränkt, da die Klickraten (CTR) bei Bannern meist sehr niedrig (0,3% und weniger) sind und sie oft als “störend” empfunden werden, vor allem bei Flash Layer, die auf einmal ins Bild erscheinen und nicht so einfach wieder wegzuklicken sind.

Werbebanner Spanien Urlaub

Ich bin immer auf der Suche nach witzigen, ansprechenden Anzeigen, online wie auch offline. Die Werbung in Österreich unterscheidet sich auch stark von der in Deutschland. Die Österreicher sind sehr viel humorvoller unterwegs. Ich denke da zum Beispiel an die Plaudertaschenwerbung von One (jetzt Orange). Allerings gibt es hier auch ständig “Wir sind…” – Kampagnen, die ich ziemlich unkreativ finde. Leider gibt’s jetzt keine Plaudertaschen mehr. In diesem Sinne bye bye. Schön war’s mit euch.

http://www.youtube.com/watch?v=7HoSl1s84vU

Written by Anne Grabs

Juni 21st, 2009 at 6:36

Did You Know?

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2008 Latest Edition – Did You Know 3.0 – From Meeting in Rome this Year

Written by Anne Grabs

Mai 19th, 2009 at 12:42

Posted in crowdsourcing, video, web 2.0

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SPAR Österreich twittert

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SPAR Österreich

SPAR Österreich twittert mit eigenem Twitpic Accout. 80 Follower zählt @SPARoesterreich bis heute zu seinen digitalen “Verfolgern”. Mit dem Gezwitscher hat die Unternehmensgruppe vor ca. 3 Monaten begonnen. Dabei geht sie auf Themen wie neue Mitarbeiter, Preise & Auszeichnungen, Events, aber auch Produkte. Wenn große Unternehmen und Marken soziale Dienste im Internet nutzen, braucht es immer ein wenig Fingerspitzengefühl, wie es @zappos gelungen ist. Bisher sieht es so aus als würde SPAR alles richtig machen. Weiter so!

Written by Anne Grabs

Mai 7th, 2009 at 4:30

Wieviel kostet Social Media?

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Ich bin eben auf die Arbeitsgemeinschaft Social Media gestoßen. Sie hat sich zum Ziel gemacht “Standards für die Vermessung und Erforschung von Weblogs und anderer Social Software” zu etablieren. Sie wurde am 3. April nach der re:publica08 gegründet. Vorstand ist Benedikt Köhler und soweit ich  mich erinnern kann, hat er auf der re:publica09 ein sehr interessanten Vortrag über Soziale Netzwerke und deren Entwicklung gehalten.

Um Social Media messen zu können, müssen wir den Begriff Social Media erst einmal definieren. Und da geht’s schon los. Dr. Augustine Fou schrieb am 9. April “The ROI of Social Media is Zero”. Ganz so sehe ich das nicht, denn was Social Media Marketing und Strategien können, ist: Menschen über Produkte reden zu lassen. Wenn Coca Cola in Facebook eine Fanseite aufbaut, die innerhalb von etwa 6 Monaten (seit Dezember 2008) ca. 3,5 Mio. Fans generiert, ist das für den Coca-Cola nicht unerheblich. Diese 3,5 Mio. sind bekennende Fans, die Coca-Cola direkt anschreiben und ansprechen kann. Im Grunde eine sehr einfache und effiziente Form der Adressengenerierung und Imagewerbung. Doch hierbei handelt es sich um wirkliche Fans. Das Forum sowie die Gästebucheinträge sind sehr lebendig. Coca-Cola kann aus diesen Fans z.B. Cola-Tester machen, Gewinnspiele durchführen oder gesponsorte Events anteaser. Coca Cola ist nun eine sehr bekannte, commerzielle Marke und die 3,5 Mio. sind nicht für jede Marke realistisch. Die Chance aber kleine Marken oder neue Ideen in Communities zu etablieren, sehe ich als das eigentliche Wirkungsfeld für Social Media Marketing.

Dennoch ist das was Fou beschreibt nicht unerheblich. Er sagt, dass es so etwas wie Social Media nicht gibt, sondern nur Soziale Netzwerke. Dies sind die Orte wo Menschen und Freunden in sozialen Kontakt zu einander treten. Was man daraus ableiten kann, nennt Fou Social Marketing, d.h. Strategien, um “social actions” wie Mund-zu-Mund-Werbung zu erhöhen. Auch hier können Communities oder Sites mit Community-Elementen dazu verhelfen über die Marke zu sprechen. Virales Marketing ist damit meiner Ansicht nach ein wichtiger Baustein von Social Media Marketing.

Zum Schluss möchte ich noch auf die Definition von ethority über Social Media Marketing eingehen. Ethority teilt in vier Kernthemen ein:

1. Social Media Tools (wie Fanpages, Gruppen, Widgets)

2. Seeding (z.B. Strategien zur Verteilung von Videoinhalten)

3. Monitoring & Databases (Statistiken, Nutzerzahlen, Tracking)

4. WOMMbats (abgeleitet von Word-of-Mouth-Marketing, Strategien zur Erhöhung von viralen Effekten)

Diese Einteilung halte ich für sehr schlüssig und sinnvoll – die reine Platzierung von Marken in Consumer Networks aber nicht. Ein Zusammenspiel aus allen diesen Bereichen ist erfolgreiches Social Media Marketing. Entscheidend ist wer hinter diesen Kampagnen steht. Am günstigsten sind ausgewählte Mitarbeiter oder der Chef selbst. Eine Agentur kann die Kommunikation des Unternehmens mit seinen Kunden nicht übernehmen! Hier ist Authentizität des Unternehmens bzw. die Bereitschaft über Produkt und Marke öffentlich zu reden, auch wenn es mal negative Beiträge gibt, gefragt. Es ist eine wirkliche (echte) Auseinandersetzung mit der Zielgruppe. Wenn das erfolgreich gelingt, dann ist eitel Wonne mit den Kunden :)

Zurück zur AG Social Media

Nachdem ich versucht habe zu skizzieren was ich unter Social Media Marketing verstehe, möchte ich nun noch zitieren wie die AG Social Media die Währung für Social Media ansetzt:
“Die Social-Media-Währung der AG Social Media besteht aus zwei Komponenten: einer Konversations-Reichweite, die nicht nur die primäre Reichweite von Werbeträgern in Social Media beinhaltet, sondern zusätzlich auch noch Abstrahl- und Mundpropagandaeffekte berücksichtigt. Dieses erweiterte Reichweitenmaß wird kombiniert mit einem Intensitätsmaß, das abbildet, wie hoch der jeweilige Share-of-Voice bzw. Share-of-Buzz eines Kanals in Bezug auf ein bestimmtes Thema ist. Die technische Kommission der Arbeitsgemeinschaft wird sich in den nächsten Wochen mit der technischen Umsetzung eines Messsystems für das Social-Media-Maß befassen.”

Mit dem Maß bin ich absolut einverstanden, aber sehr gespannt wie es umzusetzen ist. Wie misst man, ob sich zwei Menschen über ein Produkt unterhalten haben? Bei trnd wird der virale Effekt daran gemessen, wieviele von den Produktestern das Produkt anderen weitergegeben haben bzw. können sie anhand der Produkttesterauswertungen sehen wie die Resonanz war.

Insgesamt bleibt Social Media Marketing ein spannendes Feld, was Umdenken in der bisherigen Werbestrategie der Unternehmen verlangt und gleichzeitig aus einem gelungenen Marketing-Mix heute nicht mehr wegzudenken ist.

Wolfram|Alpha kommt

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Ab Mai ist es soweit. Wolfram Alpha wird gelauncht. Wann genau ist noch unklar, aber es handelt sich laut Medienberichten um eine mögliche Konkurrenz für Google. Und ehrlich gesagt, bin ich auch froh, wenn mal was anderes als diese Suchmaschine gehypt wird. Google ist die personifizierte Suche, obwohl sie gar keinen natürlichen Namen trägt. Wolfram geht auf den britischen Physiker und Mathematiker Stephen Wolfram zurück. Er ist vor allem bekannt durch die von ihm entwickelte Software Mathematica, die im natur- und wirtschaftswissenschaftlichen Umfeld eingesetzt wird.
Wolfram|Alpha wird anders als bisherige Suchmaschinen so funktionieren, dass der User Suchanfragen als Frage stellt.
Der Weg bis dahin war nach eigenen Angaben von Wolfram sehr schwierig. Auf seinem Blog schreibt er: “I wasn’t at all sure it was going to work. But I’m happy to say that with a mixture of many clever algorithms and heuristics, lots of linguistic discovery and linguistic curation, and what probably amount to some serious theoretical breakthroughs, we’re actually managing to make it work.” Weiter betont er, dass Computer nicht von Natur aus die Fähigkeit besitzen die natürliche Sprache zu verstehen.

wolfram|alpha

Insgesamt glaube ich, dass es eine sehr intelligente und anspruchsvolle Suchmaschine ist, die auch das Suchverhalten bzw. die Anfragen und somit auch die Werbung (wenn man so weit denken darf) verändern wird. Abschließend beschreibt Wolfram Wolfram|Alpha als “A new paradigm for using computers and the web.” Da bleibt mir nur zu sagen: Viel Erfolg!

Written by Anne Grabs

April 29th, 2009 at 5:48

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