Anne Grabs // Social Media & Bildung

Freiraum für eigene Gedanken

Archive for the ‘unibrennt’ tag

tazlab

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Ich bin am Wochenende in Berlin zum tazlab Bildung eingeladen. Ich werde gleich auf zwei Podien sitzen und diskutieren. Wer nicht in Berlin dabei sein kann, kann den Livestream taz.de/live verfolgen und mit dem hashtag #tazlabuni20 mitdiskutieren.

1. Privilegien gratis: Wie (un)gerecht ist die Campus-Maut?

Studiengebühren sind seit 30 Jahren DER Streitfall der Hochschuldiskussion. Aber sind sie auch der Sündenfall der Bildungsgerechtigkeit? Wo entsteht soziale Ungleichheit in der Bildungskette?

Auf der einen Seite stehen 420.000 Kinder in Sonderschulen, eine Million in Hauptschulen und etwa 20 Prozent Risikoschüler – ihre Zukunftsaussichten sind trübe, ihre Mobilisierungskraft ist miserabel. Auf der anderen Seite stehen zwei Millionen Studierende, die aus dem privilegierten und gut finanzierten Teil des Bildungssystems kommen. Ihre Zukunftsaussichten sind gut, ihr Mobilisierungsgrad ist super – wenn es darum geht, das Studium gratis zu halten. Wir wollen in dem Panel darüber sprechen, wo Bildungsarmut in der Republik herrscht und wie man Bildungsungerechtigkeit besser bekämpfen kann: Indem man die Studiengebühren abschafft? Oder indem man das Schulsystem radikal umbaut?

Demotivation bei Schülern ist für mich eine Frage der Durchlässigkeit von Grund- zu Mittelschule – zu Gymnasium – zu Hochschule usw. Demotivation kann auch durch geringes Selbstvertrauen und fehlende Zukunftsperpektiven zustande kommen, letztlich korreliert sie mit dem Habitus und der Erziehung, weniger mit Studiengebühren. Dennoch können Studiengebühren eine weitere Hürde für finanziell benachteiligte Personen und Haushalte darstellen. Für mich sind hier Fragen der Verstärkung sozialer Ungleichheiten (niedrige Einkommensklassen) und Bevorzugung höherer Einkommensklassen, der Verschuldung junger Studierenden, der Ökonomisierung von Bildung relevant. In diesem Zusammenhang möchte ich auch darüber diskutieren, welche Rolle der Staat bei der Finanzierung von Bildung spielt und warum es seine Pflicht ist, für die Bildung seiner Bürger aufzukommen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf diese Diskussion.

2. Bildungsstreik 2010: Scheitern per Gesetz?

Der Bildungsstreik 2009 war ein voller Erfolg, sagen die einen. Außer Spesen nichts gewesen, die Anderen. 2010 sollen die Bildungsproteste weitergehen. Aber was sind die Bedingungen für Protesterfolg?

Welche Mittel haben Studierende überhaupt, um nachhaltig Druck auszuüben? Wann sind sie damit erfolgreich? Und woran lässt sich dieser Erfolg messen? Das diskutiert taz-Bewegungsredakteur Felix Lee gemeinsam mit Jörg Rostek aus dem Presseteam des Bildungsstreiks 2009 mit Anne Grabs, die bei den Studierendenprotesten in Österreich aktiv war, und mit dem Soziologen Stephan Lessenich, Prodekan an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der selbst auf eine reichhaltige Streikerfahrung zurückblicken kann – auch als Dozent. Bereits beim “Lucky Streik” 1997 unterstützte er die protestierenden StudentInnen. Gemeinsam fragen sie: Quo vadis, Bildungsstreik?

Auch das wird eine spannende Diskussion. Erfolgsfaktoren der unibrennt-Bewegung waren folgende, zitiert nach @Luca:

  • ein gemeinsames Problem
  • Transparenz
  • Dezentralität
  • Vernetzung
  • Vernunft

Written by Anne Grabs

April 20th, 2010 at 9:15

Jean Ziegler im Audimax Wien

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Wer den Bildungsstreik immer noch nicht nachvollziehen kann, darf sich die Worte von Jean Ziegler zu Gemüte führen. Damit wird deutlich, welche Botschaft in dem Slogan “Education is not for Sale” steckt und warum eine kritische Intelligenz bzw. analytische Wissenschaft daran erkrankt, wenn man sie an den Gesetzen von wirtschaftlichem Output misst.
“Es geht nicht um eine Indoktrinierung, es geht darum die Freiheit im Menschen zu befreien!”

Written by Anne Grabs

November 26th, 2009 at 11:06

Rückkehr und Studentenproteste

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Seit gut einer Woche bin ich nun wieder zurück aus Nepal und seit gut einer Woche besetzen Salzburger Studierende die GesWi. Das Thema wollte zunächst nicht so an mich ran, war ich doch mit dem Eingewöhnen in meiner gewohnten Umgebung beschäftigt. Vom Chaos ins erneute Chaos. Aber mittlerweile bin ich wieder ganz da und versuche zu begreifen, worum es bei diesen Protesten geht. Der Erfolg ist nicht zuletzt auf die enorme Schnelligkeit der Netzwerke im Internet zurückzuführen. Die Anliegen seien unklar, heißt es in den Medien. Ja, wahrscheinlich sind sie das auch, wenn man nicht mit den Betroffenen redet, sondern allein dem Journalismus Glauben schenkt. Ich weiß nicht, was sich letztlich jeder Einzelne denkt. Ich denke zumindest, dass es ein Recht sein muss, in Frage zu stellen, wie seit Bologna & Co die (Aus-)Bildung auf universitärem Niveau stattfindet und was Bildung an Universitäten eigentlich heißen sollte. Wie haben die Menschen noch vor 20 Jahren studiert und mit welcher Eile und Geschwindigkeit werden Studierende heute durch ihr 3jähriges Bakk geschleust? Der Diskurs bleibt auf der Strecke, der Schein ist das Ziel. Das zu beurteilen, vermag nur jemand, der sich in die Gänge und Hörsäale der Unis begibt. Mit Zugangsbeschränkungen würde nun noch mehr Druck ausgeübt werden. Bildung als glückliche Fügung, als Zufall dessen, wie fit mein Gehirn am Tag der Aufnahmeprüfung war, wo ich gezeigt habe, wieviel Faktenwissen ich in 45min. wieder ausspucken kann? Das sind dann die Akademiker von morgen, die kritischen Denker? Lebenslanges Lernen, selbstorganisiertes Lernen, Reflektieren lernen, all das, was ich in meinem Studium lernen durfte und was sich Bildungsinstitutionen gerne auf ihre Fahnen schreiben, kann nur auf dem Fundament eines freien Bildungszugangs fruchten. Es geht letztlich darum, die Möglichkeit zu haben, zu studieren. Und damit ist nicht die Möglichkeit gemeint, die an hunderte von Auflagen gekoppelt ist, diese wäre letztlich perspektivlos. Was ich in Nepal gelernt habe, ist vor allem Geduld. Bei diesem Streik brauchen die Studierenden einen langen Atem. “Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du….” sagte einst Mahatma Gandhi. Ich wünsche allen Streikenden und Nicht-Streikenden viel Spaß beim Nachdenken.

Written by Anne Grabs

November 5th, 2009 at 12:39

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